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Schloß Gripsholm

Original Text

Erstes Kapitel

2

Sie hatte eine Altstimme und hieß Lydia.

Karlchen und Jakopp aber nannten jede Frau, mit der einer von uns dreien zu tun hatte, »die Prinzessin«, um den betreffenden Prinzgemahl zu ehren – und dies war nun also die Prinzessin; aber keine andre durfte je mehr so genannt werden.

Sie war keine Prinzessin.

Sie war etwas, was alle Schattierungen umfaßt, die nur möglich sind: sie war Sekretärin. Sie war Sekretärin bei einem unförmig dicken Patron; ich hatte ihn einmal gesehn und fand ihn scheußlich, und zwischen ihm und Lydia... nein! Das kommt beinah nur in Romanen vor. Zwischen ihm und Lydia bestand jenes merkwürdige Verhältnis von Zuneigung, nervöser Duldung und Vertrauen auf der einen Seite und Zuneigung, Abneigung und duldender Nervosität auf der andern: sie war seine Sekretärin. Der Mann führte den Titel eines Generalkonsuls und handelte ansonsten mit Seifen. Immer lagen da Pakete im Büro herum, und so hatte der Dicke wenigstens eine Ausrede, wenn seine Hände fettig waren.

Der Generalkonsul hatte ihr in einer Anwandlung fürstlicher Freigebigkeit fünf Wochen Urlaub gewährt; er fuhr nach Abbazia. Gestern abend war er abgefahren – werde ihm der Schlafwagen leicht! Im Büro saßen sein Schwager und für Lydia eine Stellvertreterin. Was gingen mich denn seine Seifen an – Lydia ging mich an.

Da stand sie schon mit den Koffern vor ihrem Haus – »Hallo!«

»Du bischa all do?« sagte die Prinzessin – zur grenzenlosen Verwunderung des Taxichauffeurs, der dieses für Ostchinesisch hielt. Es war aber missingsch.

Missingsch ist das, was herauskommt, wenn ein Plattdeutscher Hochdeutsch sprechen will. Er krabbelt auf der glatt gebohnerten Treppe der deutschen Grammatik empor und rutscht alle Nase lang wieder in sein geliebtes Platt zurück. Lydia stammte aus Rostock, und sie beherrschte dieses Idiom in der Vollendung. Es ist kein bäurisches Platt – es ist viel feiner. Das Hochdeutsch darin nimmt sich aus wie Hohn und Karikatur; es ist, wie wenn ein Bauer in Frack und Zylinder aufs Feld ginge und so ackerte. Der Zylinder ischa en finen statschen Haut, över wen dor nich mit grot worn is, denn rutscht hei ümmer werrer aff, dat deit he... Und dann ist da im Platt der ganze Humor dieser Norddeutschen; ihr gutmütiger Spott, wenn es einer gar zu toll treibt, ihr fest zupackender Spaß, wenn sie falschen Glanz wittern, und sie wittern ihn, unfehlbar ... diese Sprache konnte Lydia bei Gelegenheit sprechen. Hier war eine Gelegenheit.

»Kann mir gahnich gienug wunnern, dasse den Zeit nich verschlafen hass!« sagte sie und ging mit festen, ruhigen Bewegungen daran, mir und dem Chauffeur zu helfen. Wir packten auf. »Hier, nimm den Dackel!« – Der Dackel war eine fette, bis zur Albernheit lang gezogene Handtasche. Und so pünktlich war sie! Auf ihren Nasenflügeln lag ein Hauch von Puder. Wir fuhren.

»Frau Kremser hat gesagt«, begann Lydia, »ich soll mir meinen Pelz mitnehmen und viele warme Mäntel – denn in Schweden gibt es überhaupt keinen Sommer, hat Frau Kremser gesagt. Da wär immer Winter. Ische woll nich möchlich!« Frau Kremser war die Haushälterin der Prinzessin, Stubenmädchen, Reinmachefrau und Großsiegelbewahrerin. Gegen mich hatte sie noch immer, nach so langer Zeit, ein leise schnüffelndes Mißtrauen – die Frau hatte einen guten Instinkt. »Sag mal... ist es wirklich so kalt da oben?«

»Es ist doch merkwürdig«, sagte ich. »Wenn die Leute in Deutschland an Schweden denken, dann denken sie: Schwedenpunsch, furchtbar kalt, Ivar Kreuger, Zündhölzer, furchtbar kalt, blonde Frauen und furchtbar kalt. So kalt ist es gar nicht.« – »Also wie kalt ist es denn?« – »Alle Frauen sind pedantisch«, sagte ich. – »Außer dir!« sagte Lydia. – »Ich bin keine Frau.« – »Aber pedantisch!« – »Erlaube mal«, sagte ich, »hier liegt ein logischer Fehler vor. Es ist genauestens zu unterscheiden, ob pro primo...« – »Gib mal'n Kuß auf Lydia!« sagte die Dame. Ich tat es, und der Chauffeur nuckelte leicht mit dem Kopf, denn seine Scheibe vorn spiegelte. Und dann hielt das Auto da, wo alle bessern Geschichten anfangen: am Bahnhof.

3

Es ergab sich, daß der Gepäckträger Nr. 47 aus Warnemünde stammte, und der Freude und des Geredes war kein Ende, bis ich diese landsmännische Idylle, der Zeit wegen, unterbrach. »Fährt der Gepäckträger mit? Dann könnt ihr euch ja vielleicht im Zug weiter unterhalten.« – »Olln Döskopp! Heww di man nich so!« sagte die Prinzessin. Und: »Wi hemm noch bannig Tid!« der Gepäckträger. Da schwieg ich überstimmt, und die beiden begannen ein emsiges Palaver darüber, ob Korl Düsig noch am »Strom« wohnte – wissen Sie: Düsig – näää ... de Olsch! So, Gott sei Dank, er wohnte noch da! Und hatte wiederum ein Kind hergestellt: der Mann war achtundsiebzig Jahre und wurde von mir, hier an der Gepäckausgabe, außerordentlich beneidet. Es war sein sechzehntes Kind. Aber nun waren es nur noch acht Minuten bis zum Abgang des Zuges, und... »Willst du Zeitungen haben, Lydia?« – Nein, sie wollte keine. Sie hatte sich etwas zum Lesen mitgebracht – wir unterlagen beide nicht dieser merkwürdigen Krankheit, plötzlich auf den Bahnhöfen zwei Pfund bedrucktes Papier zu kaufen, von dem man vorher ziemlich genau weiß: Makulatur. Also kauften wir Zeitungen.

Und dann fuhren wir – allein im Abteil – über Kopenhagen nach Schweden. Vorläufig waren wir noch in der Mark Brandenburg.

»Finnste die Gegend hier, Peter?« sagte die Prinzessin. Wir hatten uns unter anderm auf Peter geeinigt – Gott weiß, warum.

Die Gegend? Es war ein heller, windiger Junitag – recht frisch, und diese Landschaft sah gut aufgeräumt und gereinigt aus – sie wartete auf den Sommer und sagte: Ich bin karg. »Ja...«, sagte ich. »Die Gegend...« – »Du könntest für mein Geld wirklich etwas Gescheiteres von dir geben«, sagte sie. »Zum Beispiel: diese Landschaft ist wie erstarrte Dichtkunst, oder sie erinnert mich an Fiume, nur ist da die Flora katholischer – oder so.« – »Ich bin nicht aus Wien«, sagte ich. »Gott sei Dank«, sagte sie. Und wir fuhren.

Die Prinzessin schlief. Ich denkelte so vor mich hin.

Die Prinzessin behauptete, ich sagte zu jeder von mir geliebten Frau, aber auch zu jeder –: »Wie schön, daß du da bist!« Das war eine pfundsdicke Lüge – manchmal sagte oder dachte ich doch auch: »Wie schön, daß du da bist... und nicht hier!« – aber wenn ich die Lydia so neben mir sitzen sah, da sagte ich es nun wirklich. Warum –?

Natürlich deswegen. In erster Linie...? Ich weiß das nicht. Wir wußten nur dieses: Eines der tiefsten Worte der deutschen Sprache sagt von zwei Leuten, daß sie sich nicht riechen können. Wir konnten es, und das ist, wenn es anhält, schon sehr viel. Sie war mir alles in einem: Geliebte, komische Oper, Mutter und Freund. Was ich ihr war, habe ich nie ergründen können.

Und dann die Altstimme. Ich habe sie einmal nachts geweckt, und, als sie aufschrak: »Sag etwas!« bat ich. »Du Dummer!« sagte sie. Und schlief lächelnd wieder ein. Aber ich hatte die Stimme gehört, ich hatte ihre tiefe Stimme gehört.

Und das dritte war das Missingsch. Manchen Leuten erscheint die plattdeutsche Sprache grob, und sie mögen sie nicht. Ich habe diese Sprache immer geliebt; mein Vater sprach sie wie hochdeutsch, sie, die »vollkommnere der beiden Schwestern«, wie Klaus Groth sie genannt hat. Es ist die Sprache des Meeres. Das Plattdeutsche kann alles sein: zart und grob, humorvoll und herzlich, klar und nüchtern und vor allem, wenn man will, herrlich besoffen. Die Prinzessin bog sich diese Sprache ins Hochdeutsche um, wie es ihr paßte – denn vom Missingschen gibt es hundert und aber hundert Abarten, von Friesland über Hamburg bis nach Pommern; da hat jeder kleine Ort seine Eigenheiten. Philologisch ist dem sehr schwer beizukommen; aber mit dem Herzen ist ihm beizukommen. Das also sprach die Prinzessin – ah, nicht alle Tage! Das wäre ja unerträglich gewesen. Manchmal, zur Erholung, wenn ihr grade so zu Mut war, sprach sie missingsch; sie sagte darin die Dinge, die ihr besonders am Herzen lagen, und daneben hatte sie im Lauf der Zeit schon viel von Berlin angenommen. Wenn sie ganz schnell »Allmächtiger Braten!« sagte, dann wußte man gut Bescheid. Aber mitunter sprach sie doch ihr Platt oder eben jenes halbe Platt: missingsch.

Das weiß ich noch wie heute... Das war, als wir uns kennen lernten. Ich war damals zum Tee bei ihr und bot den diskret lächerlichen Anblick eines Mannes, der balzt. Dabei sind wir ja rechtschaffen komisch... Ich machte Plüschaugen und sprach über Literatur – sie lächelte. Ich erzählte Scherze und beleuchtete alle Schaufenster meines Herzens. Und dann sprachen wir von der Liebe. Das ist wie bei einer bayerischen Rauferei – die raufen auch erst mit Worten.

Und als ich ihr alles auseinandergesetzt hatte, alles, was ich im Augenblick wußte, und das war nicht wenig, und ich war so stolz, was für gewagte Sachen ich da gesagt hatte, und wie ich das alles so genau und brennendrot dargestellt und vorgeführt hatte, in Worten, so daß nun eigentlich der Augenblick gekommen war, zu sagen: »Ja, also dann...« – da sah mich die Prinzessin lange an. Und sprach:

»Einen weltbefohrnen dschungen Mann –!«

Und da war es aus. Und ich fand mich erst viel später bei ihr wieder, immer noch lachend, und mit der erotischen Weihe war es nichts geworden. Aber mit der Liebe war es etwas geworden.

Der Zug hielt.

Die Prinzessin fuhr auf, öffnete die Augen. »Wo sind wir?« – »Es sieht aus wie Stolp oder Stargard – jedenfalls ist es etwas mit St«, sagte ich. – »Wie sieht es noch aus?« fragte sie. – »Es sieht aus«, sagte ich und blickte auf die Backsteinhäuschen und den trübsinnigen Bahnhof, »wie wenn hier die Unteroffiziere geboren werden, die ihre Mannschaften schinden. Möchtest du hier Mittag essen?« Die Prinzessin schloß sofort die Augen. »Lydia«, sagte ich, »wir können auch im Speisewagen essen, der Zug hat einen.« – »Nein«, sagte sie. »Im Speisewagen werden die Kellner immer von der Geschwindigkeit des Zuges angesteckt, und es geht alles so furchtbar eilig – ich habe aber einen langsamen Magen...« – »Gut. Was liest du da übrigens, Alte?« – »Ich schlafe seit zwei Stunden auf einem mondänen Roman. Der einzige Körperteil, mit dem man ihn lesen kann...«, und dann machte sie die Augen wieder zu. Und wieder auf. »Guck eins ... die Frau da! Die is aber misogyn!« – »Was ist sie?« – »Misogyn ... heißt das nicht mickrig? Nein, das habe ich mit den Pygmäen verwechselt; das sind doch diese Leute, die auf Bäumen wohnen ... wie?« Und nach dieser Leistung entschlummerte sie aufs neue, und wir fuhren, lange, lange. Bis Warnemünde.

Da war der »Strom«. So heißt hier die Warne – war es die Warne? Peene, Swine, Dievenow... oder hieß der Fluß anders? Es stand nicht dran. Mit Karlchen und Jakopp hatte ich der Einfachheit halber erfunden, jeder Stadt den ihr zugehörigen Fluß zu geben: Gleiwitz an der Gleiwe, Bitterfeld an der Bitter und so fort.

Hier am Strom lagen lauter kleine Häuser, eins beinah wie das andre, windumweht und so gemütlich. Segelboote steckten ihre Masten in die graue Luft, und beladene Kähne ruhten faul im stillen Wasser. »Guck mal, Warnemünde!«

»Diß kenn ich scha denn nu doch wohl bißchen besser als du. Harre Gott, nein ... Da ische den Strom, da bin ich sozusagen an groß gieworn! Da wohnt scha Korl Düsig un min oll Wiesendörpsch, un in das nüdliche lütte Haus, da wohnt Tappsier Kroger, den sind solche netten Menschen, as es auf diese ausgeklürte Welt sons gah nich mehr gibt... Und das is Zenater Eggers sin Hus, Dree Linden. Un sieh mal: das alte Haus da mit den schönen Barockgiebel – da spückt es in!« – »Auf plattdeutsch?« fragte ich. – »Du büschan ganzen mongkanten Mann; meins, den Warnemünder Giespenster spüken auf hochdeutsch rum – nee, allens, was Recht is, Ordnung muß sein, auch inne vierte Dimenzion...! Und...« Rrrums – der Zug rangierte. Wir fielen aneinander. Und dann erzählte sie weiter und erklärte mir jedes Haus am Strom, soweit man sehen konnte.

»Da – da is das Haus, wo die alte Frau Brüshaber in giewohnt hat, die war eins so fühnsch, daß ich'n bessres Zeugnis gehabt hab als ihre Großkinder; die waren ümme so verschlichen... und da hat sie von 'n ollen Wiedow, dem Schulderekter, gesagt: Wann ick den Kierl inn Mars hat, ick scheet em inne Ostsee! Un das Haus hat dem alten Laufmüller giehört. Den kennst du nich auße Weltgeschichte? Der Laufmüller, der lag sich ümme inne Haaren mit die hohe Obrigkeit, was zu diese Zeit den Landrat von der Decken war, Landrat Ludwig von der Decken. Und um ihn zu ägen, kaufte sich der Laufmüller einen alten räudigen Hund, und den nannte er Lurwich, und wenn nu Landrat von der Decken in Sicht kam, denn rief Laufmüller seinen Hund: Lurwich, hinteh mich! Und denn griente Laufmüller so finsch, und den Landrat ärgerte sich ... un davon haben wi auch im Schohr 1918 keine Revolutschon giehabt. Ja.« – »Lebt der Herr Müller noch?« fragte ich. – »Ach Gott, neien – he is all lang dod. Er hat sich giewünscht, er wollt an Weg begraben sein, mit dem Kopf grade an Weg.« – »Warum?« – »Dscha ... daß er den Mächens so lange als möchlich untere Röck ... Der Zoll!« Der Zoll.

Europa zollte. Es betrat ein Mann den Raum, der fragte höflichst, ob wir ... und wir sagten: nein, wir hätten nicht. Und dann ging der Mann wieder weg. »Verstehst du das?« fragte Lydia. – »Ich verstehe es nicht«, sagte ich. »Es ist ein Gesellschaftsspiel und eine Religion, die Religion der Vaterländer. Auf dem Auge bin ich blind. Sieh mal – sie können das mit den Vaterländern doch nur machen, wenn sie Feinde haben und Grenzen. Sonst wüßte man nie, wo das eine anfängt und wo das andre aufhört. Na, und das ginge doch nicht, wie...?« Die Prinzessin fand, daß es nicht ginge, und dann wurden wir auf die Fähre geschoben.

Da standen wir in einem kleinen eisernen Tunnel, zwischen den Dampferwänden. Rucks – nun wurde der Wagen angebunden. »Wissen möcht ich...«, sagte die Prinzessin, »warum ein Schiff eigentlich schwimmt. Es wiegt so viel: es müßte doch untergehn. Wie ist das! Du bist doch einen studierten Mann!« – »Es ist ... der Luftgehalt in den Schotten ... also paß mal auf ... das spezifische Gewicht des Wassers ... es ist nämlich die Verdrängung...« – »Mein Lieber«, sagte die Prinzessin, »wenn einer übermäßig viel Fachausdrücke gebraucht, dann stimmt da etwas nicht. Also du weißt es auch nicht. Peter, daß du so entsetzlich dumm bist – das ist schade. Aber man kann ja wohl nicht alles beieinander haben.« Wir wandelten an Bord.

Schiffslängs – backbord – steuerbord ... ganz leise arbeiteten die Maschinen. Warnemünde blieb zurück, unmerklich lösten wir uns vom Lande. Vorbei an der Mole - da lag die Küste.

Da lag Deutschland. Man sah nur einen flachen, bewaldeten Uferstreifen und Häuser, Hotels, die immer kleiner wurden, immer mehr zurückrückten, und den Strand ... War dies eine ganz leise, winzige, eine kaum merkbare Schaukelbewegung? Das wollen wir nicht hoffen. Ich sah die Prinzessin an. Sie spürte sogleich, wohinaus ich wollte. »Wenn du käuzest, min Jung«, sagte sie, »das wäre ein Zückzeh fuh!« – »Was ist das?« – »Das ist Französisch« – sie war ganz aufgebracht -, »nu kann der Dschung nich mal Französisch un hat sich do Jahrener fünf in Paris feine Bildung bielernt ... Segg mohl, was hasse da eigentlich inne ganze Zeit giemacht? Kann ich mi schon lebhaft vorstelln! Ümme mit die kleinen Dirns umher, nöch? Du bischa einen Wüstling! Wie sind denn nun die Französinnen? Komm, erzähl es mal auf Lydia – wir gehn hier rauf und runter, immer das Schiff entlang, und wenn dir schlecht wird, dann beugst du dich über die Reeling, das ist in den Büchern immer so. Erzähl.«

Und ich erzählte ihr, daß die Französinnen sehr vernünftige Wesen seien, mit einer leichten Neigung zu Kapricen, die seien aber vorher einkalkuliert, und sie hätten pro Stück meist nur einen Mann, den Mann, ihren Mann, der auch ein Freund sein kann, natürlich – und dazu vielleicht auch anstandshalber einen Geliebten, und wenn sie untreu seien, dann seien sie es mit leichtsinnigem Bedacht. Beinah jede zweite Frau aber hätte einen Beruf. Und sie regierten das Land ohne Stimmrecht – aber eben nicht mit den Beinen, sondern durch ihre Vernunft. Und sie seien liebenswürdige Mathematik und hätten ein vernünftiges Herz, das manchmal mit ihnen durchginge, doch pfiffen sie es immer wieder zurück. Ich verstände sie nicht ganz. »Es scheinen Frauen zu sein«, sagte Lydia.

Die Fähre schaukelte nicht grade – sie deutete das nur an. Auch ich deutete etwas an, und die Prinzessin befahl mich in den Speiseraum. Da saßen sie und aßen, und mir wurde gar nicht gut, als ich das sah – denn sie essen viel Fettes in Dänemark, und dieses war eine dänische Fähre. Die Herrschaften aßen zur Zeit: Spickaal und Hering, Heringsfilet, eingemachten Hering, dann etwas, was sie »sild« nannten, ferner vom Baum gefallenen Hering und Hering schlechthin. Auf festem Land eins immer besser als das andre. Und dazu tranken sie jenen herrlichen Schnaps, für den die nordischen Völker, wie sie da sind, ins Himmelreich kommen werden. Die Prinzessin geruhte zu speisen. Ich sah ehrfürchtig zu; sie war eßfest. »Du nimmst gar nichts?« fragte sie zwischen zwei Heringen. Ich sah die beiden Heringe an, die beiden Heringe sahen mich an, wir schwiegen alle drei. Erst als die Fähre landete, lebte ich wieder auf. Und die Prinzessin strich mir leise übers Knie und sagte ehrfürchtig: »Du bischa meinen kleinen Klaus Störtebecker!« Und ich schämte mich sehr.

Und dann ruckelten wir durch Laaland, das dalag, flach wie ein Eierkuchen, und wir kramten in unsern Zeitungen, und dann spielten wir das Bücherspiel: jeder las dem andern abwechselnd einen Satz aus seinem Buch vor, und die Sätze fügten sich gar schön ineinander. Die Prinzessin blätterte die Seiten um, ich sah auf ihre Hände ... sie hatte so zuverlässige Hände. Einmal stand sie im Gang und sah zum Fenster hinaus, und dann ging sie fort, und ich sah sie nicht mehr. Ich tastete nach ihrem Täschchen, es war noch warm von ihrer Hand. Ich streichelte die Wärme. Und dann setzten sie uns wieder über ein Meerwasser, und dann rollten wir weiter, und dann – endlich! endlich! – waren wir in Kopenhagen.

»Wenn wir nach hinten heraus wohnen«, sagte ich im Hotel, »dann riecht es nach Küche, und außerdem muß noch vom vorigen Mal ein besoffener Spanier da sein, der komponiert sich seins auf dem Piano, und das macht er zehn Stunden lang täglich. Wenn wir aber nach vorn heraus wohnen, dann klingelt da alle Viertelstunde die Rathausuhr und erinnert uns an die Vergänglichkeit der Zeit.«

»Könnten wir nicht in der Mitte ... ich meine...« Wir wohnten also nach dem Rathausplatz zu, und die Uhr klingelte, und es war alles sehr schön.

Lydia pickte auf ihrem Teller herum, mir sah sie bewundernd zu. »Du frißt...«, sagte sie freundlich. »Ich habe schon Leute gesehen, die viel gegessen haben – und auch Leute, die schnell gegessen haben ... aber so viel und so schnell...« – »Der reine Neid–«, murmelte ich und fiel in die Radieschen ein. Es war kein feines Abendessen, aber es war ein nahrhaftes Abendessen.

Und als sie sich zum Schlafen wendete und grade die Rathausuhr geklingelt hatte, da sprach sie leise, wie zu sich selbst:

»Jetzt auf See. Und dann so ein richtig schaukelndes Schiff. Und dann eine Tasse warmes Maschinenöl...« Und da mußte ich aufstehen und viel Selterwasser trinken.

4

Ja, Kopenhagen.

»Soll ich dir das Fischrestaurant zeigen, in dem Ludendorff immer zu Mittag gegessen hat, als er noch eine Denkmalsfigur war?« – »Zeig es mir ... nein, gehen wir lieber auf Lange Linie!« – Wir sahen uns alles an: den Tivolipark und das schöne Rathaus und das Thorwaldsen-Museum, in dem alles so aussieht, wie wenn es aus Gips wäre. »Lydia!« rief ich, »Lydia! Beinah hätt ich es vergessen! Wir müssen uns das Polysandrion ansehn!« – »Das ... was?« – »Das Polysandrion! Das mußt du sehn. Komm mit.« Es war ein langer Spaziergang, denn dieses kleine Museum lag weit draußen vor der Stadt.

»Was ist das?« fragte die Prinzessin.

»Du wirst ja sehn«, sagte ich. »Da haben sich zwei Balten ein Haus gebaut. Und der eine, Polysander von Kuckers zu Tiesenhausen, ein baltischer Baron, vermeint, malen zu können. Das kann er aber nicht.« – »Und deshalb gehn wir so weit?« – »Nein, deshalb nicht. Er kann also nicht malen, malt aber doch – und zwar malt er immerzu dasselbe, seine Jugendträume: Jünglinge ... und vor allem Schmetterlinge.« – »Ja, darf er denn das?« fragte die Prinzessin. »Frag ihn ... er wird dasein. Wenn er sich nicht zeigt, dann erklärt uns sein Freund die ganze Historie. Denn erklärt muß sie werden. Es ist wundervoll.« – »Ist es denn wenigstens unanständig?« – »Führte ich dich dann hin, mein schwarzes Glück?«

Da stand die kleine Villa – sie war nicht schön und paßte auch gar nicht in den Norden; man hätte sie viel eher im Süden, in Oberitalien oder dortherum vermutet ... Wir traten ein.

Die Prinzessin machte große Kulleraugen, und ich sah das Polysandrion zum zweiten Mal.

Hier war ein Traum Wahrheit geworden – Gott behüte uns davor! Der brave Polysander hatte etwa vierzig Quadratkilometer teurer Leinwand voll gemalt, und da standen und ruhten nun die Jünglinge, da schwebten und tanzten sie, und es war immer derselbe, immer derselbe. Blaßrosa, blau und gelb; vorn waren die Jünglinge, und hinten war die Perspektive.

»Die Schmetterlinge!« rief Lydia und faßte meine Hand. »Ich flehe dich an«, sagte ich, »nicht so laut! Hinter uns kriecht die Aufwärterin herum, und die erzählt nachher alles dem Herrn Maler. Wir wollen ihm doch nicht weh tun.« Wirklich: die Schmetterlinge. Sie gaukelten in der gemalten Luft, sie hatten sich auf die runden Schultern der Jünglinge gesetzt, und während wir bisher geglaubt hatten, Schmetterlinge ruhten am liebsten auf Blüten, so erwies sich das nun als ein Irrtum: diese hier saßen den Jünglingen mit Vorliebe auf dem Popo. Es war sehr lyrisch.

»Nun bitte ich dich...«, sagte die Prinzessin. – »Still!« sagte ich. »Der Freund!« Es erschien der Freund des Malers, ein ältlicher, sympathisch aussehender Mann; er war bravbürgerlich angezogen, doch schien es, als verachtete er die grauen Kleider unsres grauen Jahrhunderts, und der Anzug vergalt ihm das. Er sah aus wie ein Ephebe a. D. Murmelnd stellte er sich vor und begann zu erklären. Vor einem Jüngling, der stramm mit Schwert und Schmetterling dastand und die Rechte wie zum Gruß an sein Haupt gelegt hatte, sprach der Freund in schönstem baltischem Tonfall, singend und mit allen rollenden Rrrs: »Was Sie hier sehn, ist der völlich verjäistichte Militarrismus!« Ich wendete mich ab – vor Erschütterung. Und wir sahen tanzende Knaben, sie trugen Matrosenanzüge mit Klappkragen, und ihnen zu Häupten hing eine kleine Lampe mit Bommelfransen, solch eine, wie sie in den Korridoren hängen –: ein möbliertes Gefilde der Seligen. Hier war ein Paradies aufgeblüht, von dem so viele Seelenfreunde des Malers ein Eckchen in der Seele trugen; ob es nun die ungerechte Verfolgung war oder was immer: wenn sie schwärmten, dann schwärmten sie in sanftem Himmelblau, sozusagen blausa. Und taten sich sehr viel darauf zu gute. Und an einer Wand hing die Photographie des Künstlers aus seiner italienischen Zeit; er war nur mit Sandalen und einem Hoihotoho-Speer bekleidet. Man trug also Bauch in Capri.

»Da bleibt einem ja die Luft weg!« sagte die Prinzessin, als wir draußen waren. »Die sind doch keineswegs alle so...?« – »Nein, die Gattung darf man das nicht entgelten lassen. Das Haus ist ein stehengebliebenes Plüschsofa aus den neunziger Jahren, keineswegs sind sie alle so. Der Mann hätte seine Schokoladenbildchen gradesogut mit kleinen Feen und Gnomen bevölkern können... Aber denk dir nur mal ein ganzes Museum mit solch realisierten Wunschträumen – das müßte schön sein!«

»Und dann ist es so – blutärmlich!« sagte die Prinzessin. »Na, jeder sein eigner Unterleib! Und daraufhin wollen wir wohl einen Schnaps trinken!« Das taten wir.

Stadt und Straßen... der große Tiergarten, der dem König gehört und in dem die wilden zahmen Hirsche herumlaufen und sich, wenn es ihnen grade paßt, am Hals krauen lassen, und so hohe, alte Bäume...

Abfahrt. »Wie wird das eigentlich mit der Sprache?« fragte die Prinzessin, als wir im Zug nach Helsingör saßen. »Du warst doch schon mal da. Sprichst du denn nun gut schwedisch?« – »Ich mache das so«, sagte ich. »Erst spreche ich deutsch, und wenn sie das nicht verstehn, englisch, und wenn sie das nicht verstehn, platt – und wenn das alles nichts hilft, dann hänge ich an die deutschen Wörter die Endung as an, und dieses Sprechas verstehas sie ganz gut.« Das hatte grade noch gefehlt. Es gefiel ihr ungemein, und sie nahm es gleich in ihren Sprachschatz auf. »Ja – also nun kommt Schweden. Ob wir etwas in Schweden erlebas? Was meinst du?« – »Ja, was sollten wir wohl auf einem Urlaub erleben...? Ich dich, hoffentlich.« – »Weißt du«, sagte die Prinzessin, »ich bin noch gar nicht auf Reisen, ich sitze hier neben dir im Coupé; aber in meinem Kopf dröhnt es noch, und... Allmächtiger Braten!« – »Was ist?« – »Ich habe vergessen, an Tichauer zu telephonieren!« – »Wer ist Tichauer?« – »Tichauer ist der Direktor der NSW – der Norddeutschen Seifenwerke. Und der Alte hat gesagt, ich solle ihm abtelephonieren, weil er doch verreist... und da ist die Konferenz am Dienstag... ach du liebes Gottchen, behüte unser Lottchen vor Hunger, Not und Sturm und vor dem bösen Hosenwurm. Amen.« – »Also was wird nun?« – »Jetzt werden wir telegraphieren, wenn wir in Helsingör auf die Fähre steigen. Du allmächtiger Braten! Daddy, Berlin läuft doch immer mit. Das dauert mindestens vierzehn Tage, bis man es einigermaßen los ist, und wenn man es glücklich vergessen hat, dann muß man wieder zurück. Das ist ein fröhlicher Beruf...« – »Beruf... Ich hielt es mehr für eine Beschäftigung.« – »Du bist ein Schriftsteller – aber recht hast du doch. Lenk mich ab. Steig mal auf die Bank und mach mal einen. Sing was – wozu hab ich dich mitgenommen?« Nur Ruhe und Geduld konnten es machen... »Sieh mal, Hühner auf dem Wasser!« sagte ich. – »Hühner? Was für welche?« – »Gesichtshühner. Der Naturforscher Jakopp unterscheidet zweierlei Sorten von Hühnern: die Gesichtshühner, die man nur sehen, und die Speisehühner, die man auch essen kann. Dies sind Gesichtshühner. Finnste die Natur hier?« – »Etwas dünn, um die Wahrheit zu sagen. Wenn man nicht wüßte, daß es Dänemark ist und wir gleich nach Schweden hinüberfahren –«

Und da hatte sie nun recht. Denn nichts lenkt den Menschen so von seinem gesunden Urteil ab wie geographische Ortsnamen, geladen mit alter Sehnsucht und bepackt mit tausend Gedankenverbindungen, und wenn er dann hinkommt, ist es alles halb so schön. Aber wer traut sich denn, das zu sagen –!

Helsingör. Wir telegraphierten an Tichauer. Wir stiegen auf die kleine Fähre.

Unten im Schiffsrestaurant saßen drei Österreicher; offenbar waren es altadlige Herren, einer hatte eine ganz abregierte Stimme. Er kniff grade die Augen so merkwürdig zu, wie das einer tut, der mit der Zigarre im Mund zahlen muß. Und dann hörte ich ihn murmeln: »Ein g'schäiter Buuursch (mit drei langen u) – aber etwas medioker...« Ich bin gegen den Anschluß.

Oben standen wir dann am Schiffsgeländer, atmeten die reine Luft und blickten auf die beiden Küsten – die dänische, die zurückblieb, und die schwedische, der wir uns näherten. Ich sah die Prinzessin von der Seite an. Manchmal war sie wie eine fremde Frau, und in diese fremde Frau verliebte ich mich immer aufs neue und mußte sie immer aufs neue erobern. Wie weit ist es von einem Mann zu einer Frau! Aber das ist schön, in eine Frau wie in ein Meer zu tauchen. Nicht denken... Viele von ihnen haben Brillen auf, sie haben es im eigentlichen Sinne des Wortes verlernt, Frau zu sein – und haben nur noch den dünnen Charme. Hol ihn der Teufel. Ja, wir wollen wohl ein bißchen viel: kluge Gespräche und Logik und gutes Aussehen und ein bißchen Treue und dann dieser nie zu unterdrückende Wunsch, von der Frau wie ein Beefsteak gefressen zu werden, daß die Kinnbacken krachen... »Hast du schwedischen Geldes?« fragte die Prinzessin träumerisch. Sie führte gern einen gebildeten Genitiv spazieren und war demzufolge sehr stolz darauf, immer »Rats« zu wissen. »Ja, ich habe schwedische Kronen«, sagte ich. »Das ist ein hübsches Geld – und deshalb werden wir es auch nur vorsichtig ausgeben.« – »Geizvettel«, sagte die Prinzessin. Wir besaßen eine gemeinsame Reisekasse, an der hatten wir sechs Monate herumgerechnet. Und nun waren wir in Schweden.

Der Zoll zollte. Die Schweden sprechen anders deutsch als die Dänen: die Dänen hauchen es, es klingt bei ihnen federleicht, und die Konsonanten liegen etwa einen halben Meter vor dem Mund und vergehen in der Luft, wie ein Gezirp. Bei den Schweden wohnt die Sprache weiter hinten, und dann singen sie so schön dabei... Ich protzte furchtbar mit meinen zehn schwedischen Wörtern, aber sie wurden nicht verstanden. Die Leute hielten mich sicherlich für einen ganz besonders vertrackten Ausländer. Kleines Frühstück. »Die Bouillon«, sagte die Prinzessin, »sieht aus wie Wasser in Halbtrauer!« – »So schmeckt sie auch.« Und dann fuhren wir gen Stockholm.

Sie schlief.

Der, der einen Schlafenden beobachtet, fühlt sich ihm überlegen – das ist wohl ein Überbleibsel aus alter Zeit, vielleicht schlummert da noch der Gedanke: er kann mir nichts tun, aber ich ihm. Dieser Frau gab der Schlaf wenigstens kein dümmliches Aussehen; sie atmete fest und ruhig, mit geschlossenem Mund. So wird sie aussehen, wenn sie tot sein wird. Dann liegt der Kopf auf einem Brett – immer, wenn ich an den Tod denke, sehe ich ein ungehobeltes Brett mit kleinen Holzfäserchen; dann liegt sie da und ist wachsgelb und wie uns andern scheint, sehr ehrfurchtgebietend. Einmal, als wir über den Tod sprachen, hatte sie gesagt: »Wir müssen alle sterben – du früher, ich später« – in diesem Kopf war so viel Mann. Der Rest war, Gott seis gelobt, eine ganze Frau.

Sie wachte auf. »Wo sind wir?« – »In Rüdesheim an der Rüde.« Und da tat sie etwas, wofür ich sie besonders liebte, sie tat es gern in den merkwürdigsten, in den psychologischen Augenblicken: sie legte die Zunge zwischen die Zähne und zog sie rasch zurück: sie spuckte blind. Und dafür bekam sie einen Kuß – auf dieser Reise schienen wir immer in leeren Abteilen zu sitzen –, und gleich wandte sie einen frisch gelernten dänischen Fluch an: »Der Teufel soll dich hellrosa besticken!« und nun fingen wir an zu singen.

»In Kokenhusen

singt eine Nachtigall

wohl an der Düna Strand.

Und die Nachtigall

mit dem süßen Schall

legt ein Kringelchen in

mei–ne Hand –!«

Und grade, als wir im besten Singen waren, da tauchten die ersten Häuser der großen Stadt auf. Weichen knackten, der Zug schepperte über eine niedrige Brücke, hielt. Komm raus! Die Koffer. Der Träger. Ein Wagen. Hotel. Guten Tag. Stockholm.

5

»Was machen wir nun?« fragte ich, als wir uns gewaschen hatten. Der Himmel lag blau über vier Schornsteinen – das war es, was wir zunächst von Stockholm sehn konnten. »Ich meine so«, sagte die Prinzessin, »wir nehmen uns erst mal einen Dolmetscher – denn du sprichst ja sehr schön schwedisch, sehr schön ... aber es muß altschwedisch sein, und die Leute sind hier so ungebildet. Wir nehmen uns einen Dolmetscher, und mit dem fahren wir über Land und suchen uns eine ganz billige Hütte, und da sitzen wir still, und dann will ich nie wieder einen Kilometer reisen.«

Wir spazierten durch Stockholm.

Sie haben ein schönes Rathaus und hübsche neue Häuser, eine Stadt mit Wasser ist immer schön. Auf einem Platz gurrten die Tauben. Der Hafen roch nicht genug nach Teer. Wunderschöne junge Frauen gingen durch die Straßen ... von einem gradezu lockenden Blond. Und Schnaps gab es nur zu bestimmten Stunden, wodurch wir unbändig gereizt wurden, welchen zu trinken – er war klar und rein und tat keinem etwas, solange man nüchtern blieb. Und wenn man ihn getrunken hatte, nahm der Kellner das Gläschen rasch wieder fort, wie wenn er etwas Unpassendes begünstigt hätte. In einem Schaufenster der Vasagatan lag eine schwedische Übersetzung des letzten Berliner Schlagers. Eh – und sonst haben Sie nichts von Stockholm gesehn? Was? Der Nationalcharakter ... wie? Ach, lieben Freunde! Wie einförmig sind doch unsre Städte geworden! Fahrt nur nach Melbourne – ihr müßt erst lange mit den Kaufleuten konferieren und disputieren; ihr müßt, wenn ihr sie wirklich kennenlernen wollt, ihre Töchter heiraten oder Geschäfte mit ihnen machen oder, noch besser, mit ihnen erben; ihr müßt sie über das aushorchen, was in ihnen ist ... sehen könnt ihr das nicht auf den ersten Blick. Was seht ihr? Überall klingeln die Straßenbahnen, heben die Schutzleute ihre weißbehandschuhten Hände, überall prangen die bunten Plakate für Rasierseife und Damenstrümpfe ... die Welt hat eine abendländische Uniform mit amerikanischen Aufschlägen angezogen. Man kann sie nicht mehr besichtigen, die Welt – man muß mit ihr leben oder gegen sie.

Der Dolmetscher! Die Prinzessin wußte Rats, und wir gingen zum Bureau einer Touristen-Vereinigung. Ja, einen Dolmetscher hätten sie. Vielleicht. Doch. Ja.

Bedächtig geht das in Schweden zu – sehr bedächtig. In Schweden gibt es zwei Völkerstämme: den gefälligen Schweden, einen freundlichen, stillen Mann – und den ungefälligen. Das ist ein gar stolzer Herr, man kann ihm seinen Eigensinn mit kleinen Hämmern in den Schädel schlagen: er merkt es gar nicht. Wir waren an den gefälligen Typus gekommen. Einen Dolmetscher, den hätten sie also, und sie würden ihn morgen früh ins Hotel schicken. Und dann gingen wir essen.

Die Prinzessin verstand viel vom Essen, und hier in Schweden aßen sie gut, solange es bei den kalten Vorgerichten blieb – dem Smörgåsbrot. Unübertrefflich. Ihre warme Küche war durchschnittlich, und vom Rotwein verstanden sie gar nichts, was mir vielen Kummer machte. Die Prinzessin trank wenig Rotwein. Dagegen liebte sie - als einzige Frau, die ich je getroffen habe – Whisky, von dem die Frauen sonst sagen, er schmecke nach Zahnarzt. Er schmeckt aber, wenn er gut ist, nach Rauch.

Am nächsten Morgen kam der Dolmetscher.

Es erschien ein dicker Mann, ein Berg von einem Mann – und der hieß Bengtsson. Er konnte spanisch sprechen und sehr gut englisch und auch deutsch. Das heißt: ich horchte einmal ... ich horchte zweimal ... dieses Deutsch mußte er wohl in Emerrika gelernt haben, denn es hatte den allerschönsten, den allerfarbigsten, den allerlustigsten amerikanischen Akzent. Er sprach deutsch wie ein Zirkus-Clown. Aber er war das, was die Berliner »richtig« nennen – er verstand sofort, was wir wollten, er versank in Karten, Fahrplänen und Prospekten, und am Nachmittag trollten wir von dannen.

Wir fuhren nach Dalarne. Wir fuhren in die Umgebung Stockholms. Wir warteten auf Zuganschlüsse und rumpelten über staubige Landwege in die abgelegensten Dörfer. Wir sahen verdrossene Fichten und dumme Kiefern und herrliche, alte Laubbäume und einen blauen Sommerhimmel mit vielen weißen Wattewolken, aber was wir suchten, das fanden wir nicht. Was wir denn wollten? Wir wollten ein ganz stilles, ein ganz kleines Häuschen, abgelegen, bequem, friedlich, mit einem kleinen Gärtchen... wir hatten uns da so etwas Schönes ausgedacht. Vielleicht gab es das gar nicht?

Der Dicke war unermüdlich. Während wir herumfuhren und suchten, fragten wir ihn des nähern nach seinem Beruf. Ja, er führte also die Fremden durch Schweden. Ob er denn alles wüßte, was er ihnen so erzählte. Keine Spur – er hatte lange in Amerika gelebt und kannte seine Amerikaner. Zahlen! Er nannte ihnen vor allem einmal Zahlen: Jahreszahlen und Größenangaben und Preise und Zahlen, Zahlen, Zahlen... Falsch konnten sie sein. Mit uns sprach er von Tag zu Tag fließender deutsch, aber es wurde immer amerikanischer. »Fourteen days ago« hieß eben »Virrzehn Tage zerrick«, und so war alles. »Drei Wochen zerrick«, sagte er, als wir grade wieder von einer ergebnislosen Expedition zurückgekommen waren und zu Abend aßen, »drei Wochen zerrick – da war eine amerikanische Familie in Stockholm. Ich habe zu ihnen gesagt, wenn man nur einmal in Emerrika gewesen ist, dann meint man, die ganze andre Welt ist eine Kolonie von Emmerika. Ja. Danach haben mich die Leute sehr gähn gehabt. Prost!« – Prost? Wir waren hier in Schweden, der Mann hatte »Skål!« zu sagen. Und »Skål«, das ist eigentlich »Schale«. Und weil die Prinzessin eine arme Ausländerin war, die uns Schweden nicht so verstand, so sagte ich »Schale auf Ihnen!«, und das verstanden wir alle drei. Der Dicke bestellte sich noch einen kleinen Schnaps. Träumerisch sah er ins Glas. »In Göteborg wohnt ein Mann, der hat einen großen Keller – da hat er es alles drin: Whisky und Branntwein und Cognac und Rotwein und Weißwein und Sekt. Und das trinkt der Mann nicht aus – das bewahrt sich der Mann alles auf! Ich finde das ganz grroßartig –!« Sprachs und kippte den seinigen.

Aber nun verging ein Tag nach dem andern, und wir hatten viele Gespräche mit angehört, hatten unzählige Male vernommen, wie die Leute sagten, was die Schweden immer sagen, in allen Lagen des menschlichen Lebens: »Jasso...« und auch ihr »Nedo« und was man so spricht, wenn man nichts zu sagen hat. Und der Dicke hatte uns in viele schöne Gegenden geführt, durch wundervolle, satte Wälder. – »Hier sind schöne Läube!« sagte er, und das war die Mehrzahl von »Laub« – und nun fing die Prinzessin an, aufzumucken. »He lacht sik 'n Stremel«, sagte sie. »Meinen lieben guten Daddy! Wi sünd doch keine Rockefellers! Nu ornier doch endlich mal enägisch ne Dispositschon an, daßn weiß, woanz un woso!«

Was nun –? Der Dicke ging nachdenklich, aber mit der Welt soweit ganz zufrieden, vor uns hin; er stapfte mit seinem Stock auf das Pflaster und dachte emsig nach; man konnte an seinem breiten Rücken sehen, wie er dachte. Dann brummte er, denn er hatte etwas gefunden. »Wir fahren nach Mariefred«, sagte er. »Das ist ein kleiner Ort... das ist all right! Morgen fahren wir.« Die Prinzessin sah mich unheilverkündend an. »Wenn wir da nichts finden, Daddy, dann stech ich dir inne Kleinkinnerbiewohranstalt und kutschier bei mein Alten nach Abbazia. Dor kannst du man upp aff!«

Aber am nächsten Tag sahen wir etwas.

Mariefred ist eine klitzekleine Stadt am Mälarsee. Es war eine stille und friedliche Natur, Baum und Wiese, Feld und Wald – niemand aber hätte von diesem Ort Notiz genommen, wenn hier nicht eines der ältesten Schlösser Schwedens wäre: das Schloß Gripsholm.

Es war ein strahlend heller Tag. Das Schloß, aus roten Ziegeln erbaut, stand leuchtend da, seine runden Kuppeln knallten in den blauen Himmel – dieses Bauwerk war dick, seigneural, eine bedächtige Festung. Bengtsson winkte dem Führer ab, Führer war er selber. Und wir gingen in das Schloß.

Viele schöne Gemälde hingen da. Mir sagten sie nichts. Ich kann nicht sehen. Es gibt Augenmenschen, und es gibt Ohrenmenschen, ich kann nur hören. Eine Achtelschwingung im Ton einer Unterhaltung: das weiß ich noch nach vier Jahren. Ein Gemälde? Das ist bunt. Ich weiß nichts vom Stil dieses Schlosses – ich weiß nur: wenn ich mir eins baute, so eins baute ich mir.

Herr Bengtsson erklärte uns das Schloß, wie er es seinen Amerikanern erklärt hätte, der Spiritus sang aus ihm, und nach jeder Jahreszahl sagte er: »Aber so genau weiß ich das nicht«, und dann sahen wir im Baedeker nach, und es war alles, alles falsch – und wir freuten uns mächtig. Ein Kerker war da, in dem Gustav der Verstopfte Adolf den Unrasierten jahrelang eingesperrt hatte, und so dicke Mauern hatte das Schloß, und einen runden Käfig für die Gefangenen gab es und ein schauerliches Burgloch oder eine Art Brunnen ... Menschen haben immer Menschen gequält, heute sieht das nur anders aus. Aber am allerschönsten war das Theater. Sie hatten in der Burg ein kleines Theater – vielleicht damit sie sich während der Belagerungen nicht so langweilen mußten. Ich setzte mich auf eines der Bänkchen im Zuschauerraum und führte mir eine Schäferkomödie auf, in der geliebt und gestochen, geschmachtet und zierlich gesoffen wurde – und nun wurde die Prinzessin sehr energisch. »Jetzt oder nie!« sagte sie. »Herr Bengtsson – also!«

Wie alle gutmütigen Männer hatte der Dicke Angst vor Frauen – er beugte seine Seele, wie der Wanderer den Rücken unter den Regenschauern beugt, und er strengte sich gewaltig an und ging gar sehr ins Zeug. Er telephonierte lange und verschwand.

Nach dem Mittagessen kam er fröhlich an, sein Fett wogte vor Zufriedenheit. »Kommen Sie mit!« sagte er.

Das Schloß hatte einen Anbau – auf eine Frage hätte der Dicke sicherlich gesagt: aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert ... es war ein neuerer Bau, langgestreckt, glatt in der Fassade, hübsch. Wir gingen hinein. Drinnen empfing uns eine sehr freundliche alte Dame. Es ergab sich, daß hier in diesem Schloßanbau zwei Zimmer und dazu noch ein kleineres zu vermieten waren. Hier im Schloß? Zweifelnd sah ich Herrn Bengtsson an. Hier im Schloß. Und bekochen wollte sie uns auch. Aber würden uns denn nicht die zahllosen Touristen stören, die da kommen und die Gemälde und die Folterkammer sehen mußten? Sie kämen nur Sonntags, und sie kämen überhaupt nicht hierher, sondern sie gingen dortherum...

Wir besichtigten die Zimmer. Sie waren groß und schön; alte Einrichtungsstücke des Schlosses standen darin, in einem schweren behaglichen Stil; ich sah keine Einzelheiten mit meinen blinden Augen – aber es sprach zu mir. Und es sagte: Ja.

Aus einem Fenster blickte man auf das Wasser, aus einem andern in einen stillen kleinen Park. Die Prinzessin, die die Vernunft ihres Geschlechts hatte, sah sich inzwischen an, wo man sich waschen konnte und wie es mit den Lokalitäten bestellt wäre ... und kam zufrieden zurück. Der Preis war erstaunlich billig. »Wie kommt das?« fragte ich den Dicken; wir sind selbst dem Glück gegenüber so argwöhnisch. Die Dame im Schloß täte es aus Freundlichkeit für ihn, denn sie kannte ihn, auch kamen selten Leute hierher, die lange bleiben wollten. Mariefred war als kleiner Ausflugsort bekannt; man weiß, wie solche Bezeichnungen den Plätzen anhaften. Da mieteten wir.

Und als wir gemietet hatten, sprach ich die goldenen Worte meines Lebens: »Wir hätten sollen...« und bekam von der Prinzessin einen Backenstreich: »Oll Krittelkopp!« Und dann begossen wir die Mietung mit je einem großen Branntwein, wir alle drei. »Kennen Sie die Frau im Schloß gut? Sie ist doch so nett zu uns?« fragte ich Herrn Bengtsson. – »Wissen Sie«, sagte er nachdenklich, »den Affen kennen alle – aber der Affe kennt keinen.« Und das sahen wir denn auch ein. Und dann verabschiedete sich der Dicke. Die Koffer kamen, und wir packten aus, stellten die Möbel so lange um, bis sie alle wieder auf demselben Platz standen wie zu Anfang ... die Prinzessin badete Probe, und ich mußte mich darüber freuen, wie sie nackt durchs Zimmer gehen konnte – wirklich wie eine Prinzessin. Nein, gar nicht wie eine Prinzessin: wie eine Frau, die weiß, daß sie einen schönen Körper hat. »Lydia«, sagte ich, »in Paris war einmal eine Holländerin, die hat sich auf ihren Oberschenkel die Stelle tätowieren lassen, auf die sie am liebsten geküßt werden wollte. Darf ich fragen...« Sie antwortete. Und es beginnt nunmehr der Abschnitt

6

Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.

Der Himmel war weiß gefleckt; wenn man von der Sonne recht schön angebraten war, kam eine Wolke, ein leichter Wind lief daher, und es wurde ein wenig kühl. Ein Hund trottete über das Gras, dahinten. »Was ist das für einer?« fragte ich. – »Das ist ein Bulldackel«, sagte die Prinzessin. Und dann ließen wir wieder den Wind über uns hingehen und sagten gar nichts. Das ist schön, mit jemand schweigen zu können.

»Junge«, sagte sie plötzlich. »Es ist ganz schrecklich aber ich bin noch nicht hier. Gott segne diese Berliner Arbeit. In meinem Kopf macht es noch immer: Burrburr ... Der Alte und all das Zeugs...«

»Wie ist der Alte jetzt eigentlich?« fragte ich faul.

»Na ... wie immer ... Er ist dick, neugierig, feige und schadenfroh. Aber sonst ist er ein ganz netter Mensch. Dick – das wäre ja zu ertragen. Ich habe dicke Männer ganz gern.« Ich machte ein Bewegung. »Brauchst dir gar nichts einzubilden... Dein bißchen Fett!«

»Du glaubst wohl, weil du Lydia heißt, du wärst was Beßres! Ich will dir mal was sagen...« Nachdem sich die Unterhaltung wieder gesetzt hatte:

»Also gut, dick. Aber seine Neugier ... er hätte am liebsten, ich erzählte ihm jeden Tag einen neuen Klatsch aus der Branche. Er ist ein seelischer Voyeur. Er selbst nimmt an den meisten Dingen gar nicht richtig teil; aber er will ganz genau wissen, was die andern machen und wie sie es machen und mit wem, und wieviel sie wohl verdienen - das vor allem! Und wovon sie leben ... Wie? Wie er Geld verdient? Das macht er durch seine rücksichtslose Frechheit. Daddy, das lernen wir ja nie! Ich sehe das nun schon vier Jahre mit an, wie der Herr Generalkonsul zum Beispiel nicht zahlt, wenn er zahlen soll... Wir könnten das nicht, deshalb kommen wir ja auch nicht zu Geld. Das muß man mit ansehn! Da kann aber kommen, wer will; diese eiserne Stirn, mit der er unterschriebene Verträge verdreht, ableugnet, sich plötzlich nicht mehr erinnert, wie er sich verleugnen läßt ... nein, Daddy, du lernst es nicht. Du willst es doch immer lernen! Du lernst es nicht!«

»Lassen die Leute sich denn das gefallen?«

»Was sollen sie denn machen? Wenn es Ihnen nicht paßt, sagt er, dann klagen Sie doch! Aber ich beziehe dann bei Ihnen nichts mehr! Und das hält er auch eisern durch. Das wissen die Leute ganz genau – sie geben schließlich nach. Neulich haben wir doch das ganze Bureau renovieren lassen – was er da mit den Handwerkern getrieben hat! Ja, aber auf diese Weise kommt man nach Abbazia, und die Handwerker fahren mit der Hand übern Alexanderplatz. So gleicht sich alles im Leben aus.«

»Und wieso ist er schadenfroh?«

»Das muß ein Erbfehler sein – an dieser Schadenfreude haben offenbar Generationen mitgearbeitet. Einer allein schafft das nicht. Ich glaube, wenn ihm sein bester Freund einen Gefallen tun will, dann muß er sich zum Geburtstag vom Chef das Bein brechen. Ich habe so etwas noch nicht gesehn. Der Mann sucht gradezu nach Gelegenheiten, wo er sich über das Malheur eines andern freuen kann ... Es ist vielleicht, um sich die eigne Überlegenheit zu beweisen; wenn er frech wird, hält er sich für sehr überlegen. Das muß es wohl sein. Er ist so unsicher...«

»Das sind sie beinah alle. Ist dir noch nicht aufgefallen, wieviel Frechheit durch Unsicherheit zu erklären ist?«

»Ja ... Das ist eine vergnügte Stadt! Aber was soll ich machen? Da sagen sie: So eine Frau wie Sie! ... Wenn ich das schon höre! ... Irgendeinen Stiesel heiraten ... Du lachst. Daddy, ich kann mit diesen Brüdern nicht leben. Na ja, das Geld. Aber es ist doch nicht bloß der Schlafwagen und das große Auto; das Schlimmste ist doch, wenn sie dann reden! Und wenn sie erst anfangen, sich gehen zu lassen ... Komm, es wird kühl.«

Der Uhr nach wurde es nun langsam Abend; hier aber war noch alles hell, es waren die hellen Nächte, und wenn Gripsholm auch nicht gar so nördlich lag, so wurde es dort nur für einige Stunden dunkel, und ganz dunkel wurde es nie. Wir gingen über die Wiesen und blickten auf das Gras.

»Wir wollen zu Abend essas!« sagte die Prinzessin auf schwedisch.

Wir aßen, und ich trank sehr andächtig Wasser dazu. Wenn man in ein fremdes Land kommt, dann muß man erst einmal das fremde Wasser in sich hineingluckern lassen, das gibt einem den wahren Geschmack der Fremde. Da saßen wir und rauchten. So – und jetzt begannen die Ferien, die richtigen Ferien.

Die Vorhänge des Schlafzimmers waren dicht zugezogen und mit Nadeln zugesteckt. Männer können nur im tiefen Dunkel schlafen; die Prinzessin hielt das gradezu für ein männliches Geschlechtsmerkmal. Ich las. »Raschle nicht so bösartig mit der Zeitung!« sagte sie.

In dieser Nacht drehte sich die Prinzessin um und schlief wie ein Stein. Sie atmete kaum; ich hörte sie nicht. Ich las.

Es ist vorgekommen, daß ich nachts, in wilder Traumfurcht, aufgefahren bin und mich an die Prinzessin angeklammert habe ... wie lächerlich! »Willst du mich retten?« fragte sie dann lachend. Das ist zwei- dreimal geschehen – oft wußte ich es gar nicht. »Heute nacht hast du mich wieder gerettet...«, sagte sie dann am nächsten Morgen. Aber nun waren Ferien; heute nacht würde ich sie bestimmt nicht retten. Ich legte meine Hand hinüber, auf die Schlafende. Sie seufzte leise und veränderte ihre Lage. Schön ist Beisammensein. Die Haut friert nicht. Alles ist leise und gut. Das Herz schlägt ruhig. Gute Nacht, Prinzessin.

 

Drittes Kapitel

[…]

Das Schloß schlief dick und still; überall roch es nach Wasser und nach Holz, das lange in der Sonne gelegen hatte, nach Fischen und nach Enten. Wir gingen am See entlang.

Und ich genoß diese Beiden; dies war ein Freund, nein, es waren zwei Freunde – und ich verriet die Frau nicht an den Mann, wie ich es fast immer getan hatte; denn wenn da ein Mann war, mit dem es etwas zu erzählen gab, dann ließ ich die Frau liegen, als ob ich nicht noch eben mit ihr geschlafen hätte; ich gab sie auf, kümmerte mich nicht mehr um sie und verriet sie voller Feigheit an den ersten Besten. Dann ließ sie los. Und dann wunderte ich mich.

Die Zwei sprachen sich in ihren Dialekten über ihre Heimat aus. Sie sagten, wo man das r aussprechen müsse und wo nicht; sie ergänzten ihre Schimpfwörterverzeichnisse; sie wußten beide, was das ist: niederdeutsch. Es ist jener Weg, den die deutsche Sprache leider nicht gegangen ist, wieviel kraftvoller ist da alles, wieviel bildhafter, einfacher, klarer – und die schönsten Liebesgedichte, die der Deutsche hat, stehen auf diesen Blättern. Und die Menschen... was es da im alten Niederdeutschland, besonders an der Ostsee, für Häuser gegeben hat, eine Traumwelt von Absonderlichkeit, Güte und Musik, eine Käfersammlung von Leuten, die alle nur einmal vorkommen... Vieles davon ist nun in die Hände dummer Heimatdichter gefallen, die der Teufel holen möge – scheinbar gutmütige Bürger, unter deren rauchgeschwängerten Bärten der Grog dampft und die die kraftvolle Männlichkeit ihrer alten Sprache in einen fatalen Brei von Gemütlichkeit umgelogen haben –: Oberförster des Meeres. Manche haben sich den Bart abrasieren lassen und glauben nun, wie alte Holzschnitte auszusehen – aber es hilft ihnen nichts; kein Wald rauscht ihnen, kein Meer rauscht ihnen, ihnen rauscht der Bart. Ihre Gutmütigkeit verschwindet im Augenblick, wo sie etwas verwirrt in die neue Zeit starren und auf den politischen Gegner stoßen; dann krabbelt aus ihnen ans Licht, was in ihnen ist: der Kleinbürger. Unter ihren Netzhemden schlägt ein Herz, im Parademarsch.

Das ist nicht unser Plattdeutsch, das nicht.

Niederdeutschland aber geht nicht ein – es lebt und wird ewig leben, solange dieses Land steht. Dergleichen hat es außerhalb Deutschlands nur noch einmal gegeben, aber da auf dem Rücken einer dienenden, nicht gut behandelten Kaste: in Kurland. Doch der Niederdeutsche ist anders. Seine Worte setzt er bedächtig, und sie sind gut. Und darüber sprachen die beiden. Und ich wußte: das Beste an der Prinzessin stammte aus diesem Boden. Und ich liebte in ihr einen Teil dieses Landes, das einem so sehr schwer macht, es zu lieben. Dessen ratlose Seelen es für eine Auszeichnung halten, gehaßt zu werden. Da war die Zeit, da war sie wieder. Nein, für uns gibt es wohl keine Ferien.

Die beiden aber schnackten unentwegt. Jeder pries sein Plattdeutsch als das allein wahre und schöne, das des andern wäre ganz falsch. Jetzt waren sie bei den Geschichten angelangt.

Die Prinzessin erzählte die vom Schuster Hagen, dem der Amtsverwalter sein Prost Neujahr zugerufen hatte: »Ick wünsch See uck veel Glück taut niege Johr, Meisting!« – Und der andre hatte dann verehrungsvoll über den ganzen Marktplatz zurückgebrüllt: »Ins Gegenteil! Ins Gegenteil, Herr Amtsverwalter!« Und jene vom Schulzen Hacher, der seinen Ochsen auf die Ausstellung brachte und dazu sprach: »Ick dau dat nicht för Geld. Ick dau dat blodsen för de Blamasch!«

Und dann wieder Karlchen: wie Dörten, Mathilde und Zophie, die neugierigsten Mädchen in ganz Celle, ihn gefragt hatten, wer denn der junge Mann wäre, der jetzt immer morgens durch die Straßen ginge. Er konnte es ihnen nicht sagen. Und dann hatte er sie nachts geweckt, das ging gut, denn sie wohnten Parterre – und als sie ganz erschreckt ans Fenster kamen, alle drei: »Ich wollte den Däömen nur sagen: der Herr von heute morgen hat fromme Bücher verkauft.«

Norwegian

Gripsholm slott
Translated by Per Qvale
 
2 

Hun hadde altstemme og het Lydia.

Men Kalle og Jakopp kalte enhver kvinne som en av oss tre hadde et forhold til for 'prinsessen' - for å gjøre ære på angjeldende prinsgemal. Og dette var altså prinsessen; men ingen annen måtte siden kalles det - noensinne.

Hun var ikke prinsesse av profesjon.

Hun var noe som dekket hele skalaen i alle dens nyanser: hun var sekretær. Hun var sekretær hos en uformelig tykkfallen direktør; jeg hadde sett ham en gang og funnet ham avskyelig, og mellom Lydia og ham ... nei! Det forekommer nesten bare i romaner. Mellom ham og Lydia hersket det en merkverdig blanding av sympati, nervøs overbærenhet og tillit på den ene side, og sympati, motvilje og overbærende nervøsitet på den annen: hun var hans sekretær. Man­nen hadde titel av generalkonsul, og handlet forøvrig med såpe. Alltid lå det såpepakker på kontoret, og dermed hadde tjukkasen iallfall en unnskyldning når han var fet på fingrene.

I et anfall av fyrstelig frikostighet hadde general­konsulen bevilget henne fem ukers ferie; han reiste til Abkhasia. Igåraftes hadde han dratt avsted - måtte sovekupeen falle ham lett! På kontoret satt hans svo­ger og en vikar for Lydia. Hans såper angikk meg ikke - men det gjorde Lydia.

Der sto hun allerede med koffertene foran huset.

- Hei!

- Dobisja-all-då? sa prinsessen, til drosjesjåførens grenseløse forbauselse, idet han oppfattet det som østkinesisk. Det var imidlertid missingsch, og uttrykte forbauselse over at jeg var presis på pletten.

Missingsch er det som oppstår når en plattysker vil snakke høytysk. Han klatrer oppover den tyske grammatikks glattbonede trapp, går på trynet og sklir hele veien ned til sin gode gamle plattform. Lydia kom fra Rostock, og hun behersket stedets plattyske idiom til fullkommenhet. Det er ikke noe alminnelig bondsk plattysk - det er mye mer fornemt. Det høytyske i det fortoner seg som spott og karikatur: det er som om en bonde skulle arbeide på jordet i kjole og flosshatt. Flosshatten er en ille fin byhatt kannusi, men han som ente blir stor an, han bara ramlær hatten a og a, ærente sånn a ...? Hele den nordtyske humoren ligger i plattysken; godmodig spøk når noen driver det for langt, den rammende replikken når man værer lånte fjær og falske fakter, og der har nordtyskeren sikker teft - man får så hatten passer. Dette språk kunne Lydia tale når det bød seg en anledning. Nå bød det seg en anledning.

- Klarærnte å få inn i hue attu ente har har forsjova dæ! sa hun og gikk med besluttsomme bevegelser i gang med å hjelpe meg og sjåføren. Vi stuet inn.

- Her, ta dachsen! Dachsen var en tykkfallen, til det komiske utstrakt reiseveske. Og så punktlig som hun var! En duft av pudder lå rundt nesevingene. Vi kjørte avsted.

- Fru Kremser sa at jeg måtte ta med meg pelsen og noen varme kapper, sa Lydia, for i Sverige har de ikke sommer, sa fru Kremser. Der var det alltid bare vinter. Det kan vel ikke være sant, vel?

Fru Kremser var prinsessens husholderske, stue­pike, rengjøringshjelp og riksseglbevarer. Meg omgikkes hun ennå, etter så lang tid, med en lett snøf­tende mistro - damen hadde et sikkert instinkt.

- Si meg ... er det virkelig så kaldt der oppe?

- Det er da merkelig, sa jeg, at når folk i Tyskland tenker på Sverige, så tenker de: svensk punsj, fryktelig kaldt, Ivar Kreuger, fyrstikker, fryktelig kaldt, blonde kvinner og fryktelig kaldt. Så kaldt er det da slett ikke.

- Så hvor kaldt er det da?

- Alle kvinner er så pedantiske, sa jeg.

- Bortsett fra deg! sa Lydia.

- Jeg er ingen kvinne.

- Men pedantisk!

- Tillat meg å påpeke, sa jeg, at her foreligger det en logisk brist. Man må for det første være omhyggelig med å skille mellom ...

- Gi nå Lydia et kyss! sa damen. Jeg så gjorde, og sjåføren gjorde en lett bevegelse med hodet, for han så speilbildet i frontruten. Og så stanset bilen der hvor alle de beste historiene begynner: på jernbanestasjonen.

3

Det bega seg at portør nr. 47 kom fra Warnemünde, og det var ikke måte på lystighet og plattysk prat, inn­til jeg måtte avbryte denne bondeidyll på grunn av tidsnød.

- Blir portøren med oss? Da kan dere kanskje fortsette samtalen på toget?

- Å værnte så høy på pæra du, din gamle møkkakæll! sa prinsessen.

- Vi harnte så ille dåli ti, sø. Det årnær sæ! tilføyde portøren.

Da de således hadde justert ned min høytyske hatt og mitt høytyske hastverk, tidde jeg mens de to innledet en travel palaver om hvorvidt en Korl Düsig ennå bodde nede ved Ælva ... Han Düsig jo, nææ, ente han ... han gamle! Så, gudskjelov, han bodde der ennå! Og hadde fått seg enda et avkom: mannen var åtteogsytti år gammel, og her på reisegodsekspedisjonen ble han nå gjenstand for min største beundring. Det var hans sekstende barn. Men nå var det bare åtte minut­ter til avgang, og ...

- Vi du ha noen aviser, Lydia? Nei, det ville hun ikke. Hun hadde tatt med seg noe å lese på - ingen av oss var plaget av denne merkelige lidelse som ga seg uttrykk i at man plutselig må kjøpe en kilo papir med trykksverte på jernbanestasjoner, enda man på for­hånd kan være temmelig viss på at det blir makulatur. Altså kjøpte vi aviser.

Og så reiste vi - alene i kupeen - via København til Sverige. Men foreløpig var vi i Mark Brandenburg.

- Liker du landskapet her, Peter? spurte prinsessen. Vi var blant annet blitt enige om navnet Peter - Gud vet hvorfor.

Landskapet? Det var en klar junidag med vind - riktig frisk vind, og landskapet så pent og ryddig og rengjort ut - det ventet på sommeren og sa: Jeg er karrig.

- Ja ..., sa jeg, landskapet ...

- For mine penger kunne du virkelig komme med noe glupere, sa hun. For eksempel: Dette landskapet er som et stivnet forfatterskap, eller det minner meg om Fiume, bare at der er det en mer katolsk flora - eller noe sånt.

- Jeg er ikke fra Wien, sa jeg.

- Gudskjelov og takk for det, sa hun. Og vi reiste videre.

Prinsessen sov. Jeg satt og funderte for meg selv.

Prinsessen hevdet at jeg sa til alle kvinner jeg la min elsk på, ja hver eneste en:

- Så herlig at du finnes til!

Det var en halvfet løgn - for ofte sa eller tenkte jeg også:

- Så herlig at du finnes til ... og ikke akkurat her!

Men da jeg så Lydia sitte slik ved siden av meg, da sa jeg det virkelig. Hvorfor -?

Naturligvis derfor. Først og fremst på grunn av ...? Jeg vet ikke. Vi visste bare dette: Et av de mest dypsindige fyndord i språket er når to mennesker «ikke tåler lukten av hverandre». Vi tålte den, og når det kom­mer til stykket er det ganske mye. Hun var alt for meg, i én og samme person: Elskerinne, komisk opera, mor og venn. Hva jeg var for henne, har jeg aldri klart å bringe klarhet i.

Og så denne altstemmen. En gang vekket jeg henne om natten, og da hun forskrekket satte seg opp, ba jeg henne si noe, et eller annet.

- Din dustemikkel! sa hun. Og sovnet igjen, med et smil om munnen, men jeg hadde hørt stemmen hennes, den dype, dype stemmen.

Og det tredje var hennes missingsch. Mange synes plattysk klinger vulgært, og kan ikke fordra det. Jeg har alltid elsket dette språket; min egen far talte det som var det høytysk, dette språket som ifølge Klaus Groth var det «mest fullkomne av de to søstre». Det er havets språk. Plattysk kan være alt mulig; følsomt og grovt, humørfylt og hjertelig, klart og nøkternt, og fremfor alt, om man så vil, vidunderlig forfyllet. Prin­sessen bøyde dette språk om til høytysk slik det passet henne - for missingsch har hundrevis av avarter, fra Friesland via Hamburg og helt til Pommern har hvert eneste lille sted sine særegenheter. Filologisk er det meget vanskelig å trenge inn i variantene, men med hjertet tar man dem lett inn. Slik talte prinsessen. Nei, slett ikke alltid, det ville vært uutholdelig! Iblant, når hun var i det lunet, snakket hun missingsch for å få humøret opp igjen. Da kunne hun si det som lå henne spesielt på hjertet, og i tillegg hadde hun i tidens løp allerede fått med seg ganske mye fra Berlin. Når hun i høyt taletempo utbrøt «Den allmektige steike meg!», da visste man beskjed. Men undertiden snakket hun sitt plattysk, eller nettopp dette havplatte: missingsch.

Jeg husker det som det skulle vært i går ... Det var da vi møtte hverandre for første gang. Jeg var på tevisitt, og oppvartet henne med det lett fjollete oppsyn beilere gjerne har. I slike situasjoner er vi jo så komiske som det går an å bli. Jeg satt der med fløyelsblikk og snakket om litteratur, og hun smilte. Jeg fortalte vitser og lagde vindusutstilling av alle hjertets anliggender. Og så snakket vi om kjærligheten. Det er som i en bayersk slåsskamp - de slåss også først med ord.

Og da jeg hadde gitt til beste alt jeg i øyeblikket vis­ste, og det var ikke lite, og jeg var så stolt over alle de vovede saker jeg hadde sagt, og så presis og glødende rødt jeg hadde fremstilt og fremført det, i ord, da var i grunnen øyeblikket inne til å si at «javel, da er det vel bare å ...» - da så prinsessen lenge på meg, og sa:

- Det var jo en liten verdensmann -!

Og det var dét. Og det var først langt senere at jeg igjen befant meg hos henne, stadig leende, og det hadde ikke blitt noe av den erotiske formæling. Men det var blitt noe av kjærligheten.

Toget stanset.

Prinsessen fór opp, åpnet øynene.

- Hvor er vi hen?

- Det ser ut som Stolp eller Stargard - iallfall er det noe med St, sa jeg.

- Men hvordan ser det ut her? spurte hun.

- Det ser ikke ut, sa jeg, og tok et overblikk over murstensbygningene på den tungsindige jernbanestasjonen - eller det ser ut som det er fødestedet til alle sadistiske underoffiserer. Vil du spise middag her?

Prinsessen skyndte seg å lukke øynene.

- Lydia, sa jeg, vi kunne jo spise i restaurantvognen også, det er restaurantvogn på toget.

- Nei, sa hun, i restaurantvognen blir kelnerne all­tid smittet av togets hastighet, alt går så fryktelig fort for seg - og maven min er heller langsom ...

- Javel. Hva er det forresten du leser for noe?

- De siste to timene har jeg sittet og sovet på en mondén roman. Den eneste kroppsdel man kan nyte den med ... Dermed lukket hun øynene igjen. Og åpnet dem på ny.

- Nei se på den damen der! Hun var jammen misogyn!

- Hva var hun for noe?

- Misogyn, er det ikke det det heter - sånn bitteliten? Nei, nå blander jeg visst sammen med pygmeer, sånne folk som bor oppi trærne, gjør jeg ikke det?

Og etter denne prestasjonen slumret hun inn igjen, og vi reiste lenge, lenge. Helt til Warnemünde.

Der var «Ælva». Det er dét Warne heter her - om det nå var Warne. Eller var det Peene, Swine, Dievenow ... eller noe annet? Det sto ikke noe navn på den. Sammen med Kalle og Jakopp hadde jeg for enkelhets skyld mer eller mindre funnet opp at man kunne gi alle byer den elven som passet til byen: Gleiwitz lå ved Gleiwe, Bitterfeld ved Bitter og så videre.

Her ved Ælva lå det bare småhus, til forveksling like, forblåste og riktig trivelige. Seilbåtmaster raget opp i den grå himmelen, og fullastede små lektere lå og dovnet seg i det stille vannet.

- Se, der har vi Warnemünde!

- Den byn der kjennær jæ litt bedre til enn du, kannusi. Herejemini, den Ælva der har jæ så å si vokst opp i, sø! Der bor jo han Korl Düsig og gamle Wiesendörpsch, og i det ille nusselige huset der bor han tapetserer Kröger, så ille kose folk fins dente mye av nå lengre, sø ... og der er huset til han Eggers, Dree Linden. Og se der: det gamle huset der som har så ille pen barokkgavl - der spøkære, sø!

- Spøker det på plattysk? spurte jeg.

- Du som er så ille glup, menæru virkelig at Warnemündespøkelsene sku hålle på å spøke på høytysk eller? Nei, her gåre rekti for seg, sø, litt orning må det jo være, også i den fjerde dimensjon! Og ...

Rrrums ... toget gikk over en sporskifter. Vi falt mot hverandre. Og så fortsatte hun å legge ut om hvert bidige hus langs elven, så langt øyet kunne se.

- Der - der er huset som ho gamle fru Brüshaber bodde i, ho var helt fra seg en gang bara foratte jæ hadde fått bedre karakterer enn barnebarna hennes, dem var alltid så ille rolige av seg, sø ... og da sa ho om han gamle Wiedow, skolebestyreren, at «hvis jæ hadde hatt'n oppi tønna, så hadde jæ vippan rett i sjøn!» Og det huset der eide han gamle Laufmüller. Han kjenneru nok ente fra verdenshistorien, sø. Han Laufmüller, han kom alltid i krangel med øvrigheta, sø, og øvrigheta på den tida, det var han von der Decken, Ludwig von der Decken, Landraten. Og bare for å ærrgren, så kjøpte han Laufmüller sæ e skabbete gammal bikkje sommen kalte for Ludwig, og når han Ludwig von der Decken dukka opp, så ropte han Laufmüller på bikkja: «Ludwig, på plass!» Og så glisten stygt, og Landraten ble no ille forbanna ... og derfor så fikk vi ente non revolusjon i 1918, kannusi. Så det så.

- Lever herr Müller ennå?

- Nei, gu, nei han er dau forlengst. Han ville bli be­gravd langsmed veien, sø, med hue helt uti veikanten.

- Hvorfor det?

- Jo, for atten kunne kikke jentene oppunder skjør­tet så lenge som mulig, sø. Tollen!

Tollen kom.

I Europa fortollet man. En mann kom inn til oss, spurte høflig om vi ... og vi svarte at nei, vi hadde ingenting. Og så gikk mannen sin vei igjen.

- Forstår du det? spurte Lydia.

- Jeg forstår det ikke, svarte jeg. Det er en selskaps­lek, en religion, nasjonalstatenes religion. Jeg er helt blind på det øyet. Det er vel det - at de bare kan drive på sånn med nasjonalstater hvis de har fiender og grenser. Ellers visste man jo ikke hvor det ene landet begynte og det andre sluttet. Tja, og det hadde jo ikke gått an, hadde det vel?

Prinsessen delte den oppfatningen at det ikke hadde gått an, og dermed ble vi dyttet inn på fergen.

Der sto vi i en liten tunnel av jern, mellom skips­sidene. Med et rykk ble vognene koblet fast.

- Jeg skulle gjerne visst, sa prinsessen, hvorfor et skip egentlig flyter. Det er jo så tungt; det burde jo synke. Hvorfor er det sånn! Du - som er en belest mann!

- Det skyldes ... luftinnholdet i skottene ... altså, nå skal du høre ... vannets egenvekt ... det er nemlig på grunn av skipets deplacement ...

- Gullemeien, sa prinsessen, når noen bruker så mange faguttrykk på en gang, da er det noe som ikke stemmer. Så du vet det altså heller ikke. Tenk at du er så utrolig dum, Peter - det var synd å høre. Men man kan vel ikke få i både pose og sekk.

Vi gikk en tur ombord.

Forut, akter, styrbord, babord. Maskinen arbeidet stille. Umerkelig gled vi fra land, la Warnemünde bak oss. Rundet moloen, og der lå kysten.

Der lå Tyskland. Man så bare en flat, skogbevokst stripe langs munningen, og hus og hoteller som ble stadig mindre, stadig mer tilbaketrukket, og stran­den ... Var det ikke en ganske forsiktig, ørliten, nesten umerkelig rulling? Det fikk vi ikke håpe. Jeg betraktet prinsessen. Hun merket straks hvorhen jeg ville.

- Hvis du spyr, gutten min, sa hun, så blir det virkelig en sykksefo!

- Hva er det?

- Det er fransk. 

Hun ble oppbrakt:

- Nå kan ikke gutten fransk engang, enda han har studert fem år i Paris ... si meg, hva var det egentlig du drev med hele den tida? Kan jeg forresten levende forestille meg! Sto i med de franske småhorene døgnet rundt, eller? Du er meg en fin en! Og hvordan var så de franske damene, din vellysting? Vær nå snill gutt og fortell alt til Lydia. Vi kan gå sånn frem og tilbake på dekk, og når du blir dårlig, så kan du bare bøye deg over relingen, sånn er det alltid i bøkene. Fortell nå!

Og jeg fortalte henne at de franske damene var meget fornuftige skapninger, med en lettere tilbøyelighet til overraskelser, som imidlertid var innkalkulert på forhånd, og at de for det meste bare hadde én mann hver seg, sin egen mann, som naturligvis også kunne være bare en venn - og dertil kanskje også som seg hør og bør en elsker, og hvis de var utro, så var de det med lettsindig beregning. Men nesten annenhver kvinne var yrkeskvinne. Og de regjerte landet uten stemmerett - dog nettopp ikke med bena, men med sin forstand. De hadde et varmt intellekt og et for­standig hjerte, som iblant løp av med dem, men de klarte alltid å hente det inn igjen. Jeg forsto dem nok ikke fullt og helt.

- Det høres ut som kvinner, sa Lydia.

Man kan ikke akkurat si at fergen gynget - den bare antydet det. Også jeg antydet noe, og prinsessen be­ordret meg til spisesalen. Der satt alle og spiste, og jeg ble litt uvel da jeg så det - for man spiser mye fet mat i Danmark, og dette var en dansk ferge. Herskapene spiste på dette tidspunkt: røkt ål og sild, sildefilet, sildesalat, sursild, kryddersild, sild i dill, og sild som hadde falt enda lenger fra stammen. Det ene bedre enn det andre, iallfall på tørt land. Og dertil denne vidunderlige snaps, som sikrer de nordiske folk direkte adgang til Himmerik, som de går og står. Det behaget prinsessen å spise. Jeg bivånet henne med misunnelse, hun tok godt for seg.

- Skal du ikke ha noe som helst? spurte hun mellom to sild. Jeg betraktet de to sildefiskene, de to sildefiskene betraktet meg, vi tidde alle tre. Først da fergen la til land, våknet jeg til live igjen. Og prinsessen strøk meg forsiktig over kneet og sa med ærefrykt:

- Du er min lille Klaus Störtebeker, min helt som kommer med matforsyninger fra Tyskland!

Og jeg var beskjemmet.

Og så skranglet vi oss gjennom Lolland, som lå der flat som en pannekake, og vi bladde i avisene, og så lekte vi bokleken: Annenhver gang leste vi høyt en setning fra hver vår bok, og setningene føyde seg fint til hverandre. Prinsessen bladde om, jeg så på hendene hennes ... hun hadde så trygge hender. En gang sto hun i korridoren og så ut av vinduet, og så gikk hun videre, og jeg så henne ikke lenger. Jeg grep etter ves­ken hennes, den var ennå varm av hånden. Jeg kjær­tegnet varmen hennes. Og så satte de oss over et stykke hav igjen, og vi rullet igjen, og så - endelig! endelig! - var vi i København.

- Hvis vi vil bo med utsikt mot bakgården, sa jeg på hotellet, så får vi matos fra kjøkkenet, og det bor sikkert fremdeles en forsoffen spanjol der, som komponerer fripostig på pianoet ti timer om dagen. Men hvis vi bor på forsiden, da slår rådhusuret hvert kvarter og minner os som tidens forgjengelighet.

- Kunne vi ikke bo i midten ... jeg mener ...

Vi ble altså boende mot Rådhusplassen, og uret slo, og alt var såre godt.

Lydia pirket i tallerkenen, så beundrende på meg.

- Du eter, sa hun, vennlig i stemmen, jeg har nok sett folk før som spiser mye, og også folk som spiser fort ... men så mye og så fort ...

- Du er bare misunnelig, mumlet jeg og kastet meg over reddikene. Det var ikke noe lekkert aftensmåltid, men det var næringsrikt.

Og da hun snudde seg for å sove og rådhusuret net­topp hadde slått, sa hun lavmælt, liksom til seg selv:

- Nå er vi på sjøen. På en båt som gynger skikkelig kraftig. Og så en kopp varm maskinolje ...

Og dermed måtte jeg stå opp og drikke en masse selters.

4

Ja, København.

- Skal jeg vise deg fiskerestauranten der Ludendorff spiste middag, den gangen han ennå var en monumentalfigur?

- Ja, gjør det ... nei, la oss heller gå på Lange Linie!

Vi besøkte alt som var å se: Tivoli og det vakre råd­huset og Thorvaldsenmuseet, der alt ser ut som om det var av gips.

- Lydia, ropte jeg, Lydia! Jeg hadde nesten glemt at vi er nødt til å se på Polysandrion!­

- Poly-hvafornoe?

- Polysandrion! Det må du se. Kom her.

Det var langt å gå, for det lille museet lå langt uten­for byen.

- Hva er det for noe? spurte prinsessen.

- Det får du se, sa jeg. Det er to baltere som har bygd seg et hus der. Og den ene, Polysander von Kuckers zu Tiesenhausen, en baltisk baron, hevder å kunne male. Hvilket han ikke kan.

- Og derfor er det altså at vi må gå så langt?

- Nei, ikke derfor. Han kan altså ikke male, men maler likevel - og han maler alltid det samme, sine ungdomsdrømmer: Ynglinger ... og fremfor alt som­merfugler.

- Ja, får han altså lov til det? spurte prinsessen.

- Spør ham selv, han er der nok. Hvis han ikke viser seg, så vil nok hans venn la oss høre hele historien. For den må høres. Den er vidunderlig.

- Er den i det minste uanstendig?

- Ville jeg ha tatt deg med hit da, min sorte engel? 

Der sto den vesle villaen - den var ikke smukk og passet slett ikke her i Norden, man ville heller ventet den i Syden, i Nord-Italia eller deromkring. Vi gikk inn.

Prinsessen gjorde store øyne, og jeg så Polysan­drion for annen gang i mitt liv.

Her var drømmen blitt sannhet - Gud bevare oss for det! Den bolde Polysander hadde bemalt noe sånt som førti kvadratkilometer kostbart lerret, og der sto og lå og satt disse ynglingene, der svevde de og danset de, og det var alltid den samme, bare den samme yng­ling. Blekrosa, blått og gult; foran var ynglingene og bak var perspektivet.

- Sommerfuglene! ropte Lydia og tok meg i hån­den.

- Jeg bønnfaller deg, sa jeg, ikke så høyt! Bak oss lusker hushjelpen rundt, og hun forteller alt til maleren etterpå. Vi vil ham da ikke noe vondt.

Sannelig: Sommerfuglene. De flagret omkring på den malte himmelen, de hadde satt seg på ynglingenes runde skuldre, og mens vi tidligere hadde trodd at sommerfugler helst slo seg ned på blomster, viste dette seg nå å være en feiltagelse: disse sommerfuglene hadde en forkjærlighet for ynglingenes stomper. Det var meget lyrisk.

- Jeg ville bare be deg ... sa prinsessen.

- Hysj! sa jeg. Vennen!

Malerens venn dukket opp, en eldre, sympatisk ut­seende mann, besteborgerlig antrukket, det forekom en imidlertid at han hadde en viss forakt for vårt gråtriste århundres gråtriste klær, og hans klesdrakt ydet ham rettferdighet. Han så ut som en efeb anno dazumal. Mumlende stilte han seg opp foran oss og begynte å forklare. Foran en yngling som sto der så stram med sverd og sommerfugl og med høyrehånden i en hilsen til hodet, talte malervennen med det vakreste baltiske tonefall, syngende og med rullende r-er:

- Det De ser her, er den fullt og helt åndeliggjorte militarisme!

Jeg snudde meg vekk - dypt rystet. Og vi så dansende gutter i matrosdress og matroskrave, og fra hodet hang det en liten lampe med frynser på, sånne som henger i oppganger. Det var en møblert utgave av de elyseiske marker. Her blomstret det et paradis som så mange av malerens sjelsfrender hadde en liten flik av i sin sjel. Om det nå skyldtes den urettferdige forfølgelsen eller hva det var for noe: Når de svermet, så svermet de i liflig himmelblått. Og det til gagns. Og på en vegg hang fotografiet av kunstneren fra hans tid i Italia. Han var bare iført sandaler og et hottentottspyd. Man bar også mave på Capri.

- Man mister jo pusten fullstendig! sa prinsessen da vi var utenfor igjen. De er vel ikke alle sammen så ...?

- Nei, vi bør ikke gjøre det gjeldende for hele slek­ten. Huset er en plysjsofa som står igjen fra nittiårene, de er slett ikke sånn alle sammen. Mannen kunne like gjerne ha befolket disse konfektbildene sine med små feer og gnomer. Men forestill deg et helt museum med sånne realiserte ønskedrømmer - det måtte vært vidunderlig!

- Og likevel er det så ... blodfattig! sa prinsessen. Nåvel, enhver sitt eget underliv! Og det kan vi vel ta en snaps på!

Vi så gjorde.

Byen og gatene. Og den store dyrehaven, som til­hørte kongen og der de tamme villhjortene løp om­kring og lot seg klø på halsen når det passet dem, og med så høye, gamle trær ...

Avreise.

- Hvordan blir egentlig det der med språket? spurte prinsessen da vi satt på toget til Helsingør. - Du har jo alt vært der en gang. Snakker du godt svensk?

- Jeg gjør det sånn, sa jeg, at først snakker jeg tysk, og når de ikke forstår det - engelsk, og når de ikke for­står det - plattysk. Og hvis det heller ikke hjelper, da henger jeg endelsen -as på de tyske ordene, og da skjønner de meg riktig så godt.

Det skulle jo også bare mangle. Dette forekom henne fortreffelig, og hun tok det straks inn i sin grammatikk.

- Ja, nå kommer vi snart til Sverige. Tror du vi får oppleve noe der? Hva tror du?

- Tja, hva er det man skal oppleve når man har ferie? Jeg deg, forhåpentligvis.

- Vet du hva, sa prinsessen, jeg er ikke på ferie ennå, jeg sitter her ved siden av deg i kupeen, men inni hodet på meg drønner det ennå, og ... Den allmektige steike meg!

- Hva er det?

- Jeg glemte å ringe til Tichauer!

- Hvem er Tichauer?

- Tichauer er direktør for NSW, Norddeutsche Seifenwerke. Og sjefen sa at jeg skulle ringe og melde avbud, siden han er bortreist ... og konferansen skulle være på tirsdag ... å kjære Gud der oppe, pass på lille Lotte, og hjelp oss ut av nød og storm, og fri oss fra vår bendelorm. Amen.

- Så hva gjør vi nå?

- Nå sender vi et telegram når vi går på fergen i Helsingør. Den allmektige steike meg! Berlin er alltid med på lasset, Daddy. Det varer minst fjorten dager før man har ristet Berlin noenlunde av seg, og når man endelig har klart det, så må man tilbake igjen. Virkelig et festlig yrke å ha.

- Yrke? Jeg trodde nærmest det bare var en beskjef­tigelse.

- Du er jo forfatter selv - men visst har du rett. Få meg til å koble av. Gå opp på benken der og finn på noe. Syng et eller annet - hvorfor tror du jeg egentlig har tatt deg med?

Bare ro og tålmodighet kunne hjelpe nå.

- Se der, høner på vannet! sa jeg.

- Høner? Hva slags høner skulle det være?

- Skuehøner. Naturforskeren Jakopp skiller mellom to forskjellige hønesorter: Skuehøner, som bare er til å skue, og spisehøner, som man også kan spise. Dette er skuehøner. Hva synes du om naturen her?

- Litt tynn, om sant skal sies. Hvis man ikke visste at det var Danmark, og at vi snart reiser over til Sverige ...

Og det hadde hun rett i. For intet avleder mennes­ker slik fra deres sunne dømmekraft som geografiske stedsnavn, ladet med gammel lengsel og belagt med tusen assosiasjoner, og når man så kommer dit, er alt bare halvparten så bra. Men hvem våger å si det -?

Helsingør. Vi telegraferte til Tichauer. Vi gikk ombord i den lille fergen.

Nede i skipsrestauranten satt det tre østerrikske her­rer, det var åpenbart gammel adel, en av dem hadde en temmelig neddempet stemme. Han knep øynene akkurat så pussig igjen som man gjør når man betaler med sigaren i munnen. Og så hørte jeg ham mumle:

- En drivende kar, men noe middelmådig ... 

Jeg er motstander av Anschluss.

Oppe på dekk sto vi ved relingen, innåndet ren luft og så på begge kyster - den danske, som sakket akter­ut, og den svenske som vi nærmet oss. Jeg så på prin­sessen fra siden. Iblant var hun som en fremmed kvinne, og i denne fremmede kvinne forelsket jeg meg stadig på ny og måtte stadig på ny erobre henne. Så langt det er fra en mann til en kvinne! Men det er vidunderlig å dykke nedi en kvinne som i et hav. Ikke tenke ... Mange av dem går rundt med briller på seg, de har glemt å være kvinner i ordets egentlige forstand - og har bare et tynt lag av sjarm igjen. Til helvete med den sjarmen. Ja, vi vil vel litt mye, kanskje: kloke samtaler og logikk og pent utseende og litt trofasthet og dessuten dette ønsket som aldri kan undertrykkes, å bli spist av kvinnen som en saftig biff, bli tygd så det knaser ...

- Har du noe svensk valuta? spurte prinsessen drømmerisk. Hun mosjonerte gjerne et dannet vokabular i finansielle anliggender, og snakket derfor helst om «midler» istedenfor penger.

- Ja, jeg har svenske penger, sa jeg, svenske kronor. Det er pene sedler, så derfor får vi være forsiktige med å gi dem fra oss.

- Gjerrigknark, sa prinsessen.

Vi hadde felles reisekasse, og den hadde vi regnet på i seks måneder. Og nå var vi i Sverige.

Tollen fortollet. Svenskene snakket annerledes tysk enn danskene: danskene puster det bare, det lyder lett som dun, og konsonantene ligger omtrent en halvmeter foran munnen og forsvinner i luften som kvit­ter. Hos svenskene holder språket til lenger bak, og så synger de så vakkert i tillegg ... Jeg brammet noe for­ferdelig med mine ti svenske ord, men de ble ikke forstått. Folk holdt meg sikkert for en ganske særlig tåpe­lig utlending. Lett frokost.

- Buljongen, sa prinsessen, ser ut som vann med sørgebind!

- Sånn smaker den også.

Og dermed reiste vi til Stockholm.

Hun sov.

Den som iakttar en sovende, føler seg overlegen - det er nok noe som har overlevd fra de eldste tider, kanskje lurer ennå den tanken der: han kan ikke gjøre meg noe, men jeg kan gjøre ham noe. Denne kvinnen ga i det minste ikke søvnen noe underlegent utseende; hun pustet jevnt og rolig, med lukket munn. Slik vil hun se ut når hun er død. Da ligger hodet på en planke - alltid når jeg tenker på døden, ser jeg for meg et uhøvlet bord med små trefibre; så ligger hun der og er voksgul og meget respektinngytende, forekommer det oss andre. En gang da vi snakket om døden, hadde hun sagt:

- Vi må alle dø - du først, jeg siden.

Det var så mye mannlig i dette hodet hennes. Resten var, Gud være lovet, fullt og helt kvinne.

Hun våknet opp.

- Hvor er vi?

- I Rüdesheim an der Rüde.

Og da gjorde hun noe som jeg elsker henne særskilt høyt for, hun gjorde det gjerne i de merkeligste, i de mest psykologiske øyeblikk: hun satte tungen mellom fortennene og trakk den raskt tilbake - hun lot som om hun spyttet. Og for det fikk hun et kyss - det virket som om vi alltid var alene i kupeen på denne reisen - og straks benyttet hun en nylært dansk forbannelse:

- Måtte djevelen brodere deg lyserød!

Og så sang vi begge:

I Kokenhusen

synger en nattergal

vakkert på Dünas strand.

Denne nattergal

med sin nattetrall

slipper kringler ned i mitt fang -!

Og nettopp som vi var så godt i gang med å synge, dukket de første husene i storbyen opp. Sporskiftere skramlet, toget klapret over en lav bro, stanset. Ut med oss! Koffertene. Bæreren. En drosje. Hotell. Goddag. Stockholm.

5

- Hva gjør vi nå? spurte jeg, da vi hadde vasket oss. Himmelen lå blå over fire skorstener - det var hva vi foreløpig kunne se av Stockholm.

- Jeg vil foreslå, sa prinsessen, at vi først og fremst får oss en tolk - for du snakker jo nydelig svensk, rik­tig nydelig ... men det må visst være gammelsvensk, og folk eier jo ikke klassisk dannelse her i landet. Vi får oss en tolk, og så reiser vi land og strand rundt med ham og finner oss en kjempebillig hytte og slår oss til ro der, og siden skal jeg aldri reise en kilometer til.

Vi spaserte gjennom Stockholm.

De har et pent rådhus og småpene nye hus, en by med vann er alltid vakker. På en plass kurret duene. Det luktet litt for lite tjære av havnen. Vidunderlig vakre unge kvinner promenerte gjennom gatene ... de var rett og slett fristende blonde. Og snaps fikk man bare til bestemte tider, hvorpå vi fikk en ubendig trang til en liten en - den var klar og ren, og ingen hadde vondt av den, så lenge man holdt seg edru. Og når man hadde tømt den i seg, fjernet kelneren raskt de små glassene fra bordet, som om han hadde bidratt til noe usømmelig. I et utstillingsvindu i Vasagatan lå det en oversettelse av den siste bestselgeren fra Berlin. Eh - og det er alt De har sett av Stockholm? Den sven­ske folkesjel ... hva mener De? Akk, kjære venner! Hvor ensartede er ikke våre byer blitt! Reis bare til Melbourne - først må dere konferere og disputere lenge med kjøpmennene, men hvis dere virkelig vil lære dem å kjenne må dere inngå ekteskap med deres døtre, eller gjøre forretninger med dem, eller aller helst arve sammen med dem, dere må uteske dem og lytte dere inn i deres innerste ... det er ikke mulig å se det ved første blikk. For hva er det man ser? Overalt trikker som klemter, politikonstabler som holder en hvithansket hånd i været, overalt prangende farverike reklameplakater for barbersåpe og damestrømper. Verden har iført seg en vesterlandsk uniform med amerikanske jakkeslag. Man kan ikke lenger ta verden i øyesyn - man må leve med den, eller mot den.

Tolken! Prinsessen visste råd, og gikk til et turist­kontor. Jovisst hadde de en tolk. Kanskje. Joda. Ja.

Man går varsomt frem i Sverige, svært varsomt. Det finnes to folkestammer i landet: den tjenestevillige svensken, en vennlig, stillfarende mann - og den mot­villige. Det er en meget stolt herre, man kan slå hans egensindighet i hodet på ham med hammer uten at han merker det. Vi hadde havnet hos den tjenestevil­lige arten. Tolk hadde de altså, og de ville sende ham til hotellet neste morgen. Og dermed gikk vi for å spise.

Prinsessen hadde god greie på mat, og her i Sverige spiste hun godt, så lenge man oppholdt seg ved koldt­bordet, smörgåsbordet. Uovertruffent. Det varme kjøkken var gjennomsnittlig, og rødvin hadde de overhodet ingen forstand på, hvilket voldte meg store bekymringer. Prinsessen drakk ikke mye rødvin. Der­imot elsket hun - som den eneste kvinne jeg noen­sinne hadde truffet - whisky, som kvinner ellers hev­der smaker som hos tannlegen. Imidlertid har whisky, og da mener jeg god whisky, en fin røksmak.

Neste morgen kom tolken.

En stor og tykk mann dukket opp, et fjell av en mann - og han het Bengtsson. Han kunne snakke spansk og meget godt engelsk og dessuten tysk. Det vil si: jeg lyttet en gang, jeg lyttet to ganger ... denne tysken måtte han ha lært seg i Amerika, for han snak­ket med den aller herligste, mest farverike, komiske amerikanske aksent. Han snakket tysk som en sirkusklovn. Men han var det som Berlinerne kaller «richtig» - altså nyttig. Han skjønte straks hva vi ville, han fordypet seg i kart, rutetabeller og brosjyrer, og utpå ettermiddagen la vi avsted.

Vi reiste til Dalarne. Vi reiste i traktene rundt Stock­holm. Vi ventet på togforbindelser og humpet avsted på støvete landeveier til de fjerneste avkroker. Vi så tungsindige graner og kjepphøye furuer og herlige gamle løvtrær og en blå sommerhimmel med masse hvite bomullsskyer på, men det vi lette etter, det fant vi ikke. Hva vi egentlig lette etter? Vi ønsket oss et ganske lite hus, avsides, bekvemt, fredelig, med en liten have ... vi hadde forestilt oss en sånn liten idyll. Kanskje fantes det ikke noe sånt?

Den tykke var utrettelig. Mens vi reiste rundt og lette, spurte vi ham litt nærmere om hans yrke. Ja, han var altså reisefører for utlendinger i Sverige. Visste han virkelig alt dette som han fortalte dem? Overhodet ikke - men han hadde bodd lenge i Amerika og kjente sine amerikanere. De ville ha tall! Og det var først og fremst tall han ga dem: årstall og størrelser og priser, tall, tall, tall - de kunne gjerne være gale. Med oss snakket han mer flytende tysk fra dag til dag, men den ble stadig mer amerikansk. «Fourteen days ago» ble til «firrzen Tage zerrick», og sånn var det med alt.

- Tre uker tilbake, sa han da vi nettopp var kommet tilbake fra nok en mislykket ekspedisjon og spiste aftens, tre uker tilbake, da var en amerikansk familie i Stockholm. Jeg fortalte dem at har man bare vært i Amerika, så ser man at hele resten av verden bare er en amerikansk koloni, sa jeg. Og etter det ble de meget begeistret for meg. Prost!

Prost? Vi var da i Sverige, mannen burde sagt «skål». Og «skål» er jo egentlig et drikkebeger, og det heter «Schale» på tysk. Og siden prinsessen var en stakkars utlending som ikke forsto oss svensktalende så godt, så sa jeg «Schale auf Ihnen!», og det forsto vi alle tre. Den tykke bestilte nok en snaps til seg selv. Drøm­mende skuet han ned i drammeglasset.

- I Göteborg kjenner jeg en mann med en diger kjeller - og den rommer absolutt alt: whisky og brennevin og cognac og rødvin og hvitvin og musserende. Og han drikker ikke noe av det - han tar vare på alt sammen! Er det ikke utrolig -!

Sa den tykke og tømte sin egen beholdning.

Men nå gikk den ene dagen etter den andre, og vi hadde lyttet til diverse samtaler, hadde utallige ganger fornemmet hvordan folk sa, slik svenskene alltid sier, i alle livets situasjoner: «Jaså ...» Og dessuten deres «Ne då» og hva man ellers sier når man ikke har noe å si. Og den tykke hadde tatt oss med til mange vakre steder, gjennom praktfulle, dype løvskoger - men nå begynte prinsessen å mukke.

- Nå lern vel sånn a oss atten kolær vippen snart, sa prinsessen. Månte væære så ille snill vettu, Daddy! Vi ernte non Rockefellærær heller! Nå fåru si ifra orntli, han kante bara vele sånn!

Hva nå? Den tykke gikk ettertenksom, men inntil videre tilfreds med seg selv og verden, foran oss. Han gikk og dunket spaserstokken i fortauet og tenkte grun­dig etter, man kunne se på den brede ryggen hvordan han tenkte. Så brummet han, for han hadde funnet ut noe.

- Vi reiser til Mariefred, sa han. Det er et lite sted - det er all right! Vi drar i morgen.

Prinsessen betraktet meg med et uhellsvangert blikk.

- Hvis vi ikke finner noe der, Daddy, så leverer jeg deg på et barnehjem og reiser til sjefen i Abkhasia. Det kannu biteræ i nesa på!

Men dagen etter fant vi noe.

Mariefred er en bitteliten by ved Mälaren. Land­skapet var stille og fredelig, enger og trær, jorder og skog - men ingen ville tatt notis av dette stedet hvis ikke et av landets eldste slott hadde ligget her. Gripsholm slott.

Det var en strålende dag. Slottet, oppført i rød tegl­sten, sto der og skinte, de runde kuplene eksploderte mot den blå himmelen. Byggverket var solid, staselig, en vaktsom festning. Bengtsson vinket guiden til side, guide var han selv. Så gikk vi inn i slottet.

Det hang en rekke flotte malerier der. Meg sa de ingenting. Jeg kan ikke se. Det finnes øyemennesker, og det finnes øremennesker, jeg kan bare høre. En åttendedels svingning i tonen i en samtale: den hører jeg ennå fire år etterpå. Et maleri? Det er noe med masse farver i. Jeg vet ingenting om dette slottets stil - jeg vet bare at hvis jeg skulle bygge meg et slott, så ble det et sånt et.

Herr Bengtsson la ut om slottet for oss, slik han hadde lagt ut om slottet for amerikanerne, alkoholen løftet hans stemme, om ikke hans ånd, og etter hvert årstall sa han «men helt sikker er jeg ikke», og dermed kikket vi etter i Baedeker, og alt viste seg å være galt fra ende til annen - og vi frydet oss mektig. Det var et fengsel der, hvor Gustav den forstoppede Adolf i åre­vis hadde holdt den ubarberte innesperret, og slottet hadde virkelig tykke murer, og det var et rundt bur til fangene, og et nifst fangehull som lignet en brønn ... folk har alltid plaget hverandre, det tar seg bare annet uttrykk i dag. Men det aller fineste var teateret. De hadde et lite teater i borgen - kanskje for at de ikke skulle kjede seg sånn under beleiringene. Jeg satte meg på en av de små tilskuerbenkene, og oppførte et lite hyrdespill, en komedie, for meg selv, der man elsket og stakk, smektet og drakk, alt i pyntelige former - og nå ble prinsessen meget energisk.

- Nå eller aldri! sa hun. Altså - herr Bengtsson! 

Som alle godmodige menn hadde den tykke angst for kvinner - han bøyde sin sjel, slik vandreren bøyer ryggen under regnskurene, og han anstrengte seg til det ytterste og gikk deretter til verket. Han telefonerte lenge og ble borte.

Etter middag kom han lystig tilbake, fettet disset av tilfredshet.

- Bli med meg! sa han.

Slottet hadde et tilbygg - den tykke hadde sikkert datert det til det tyvende århundre, om man hadde spurt ham ... det var et nyere bygg, langstrakt, pent, med glatt fasade. Vi gikk inn. Der ble vi mottatt av en meget vennlig gammel dame. Det viste seg at her i slottsannekset var det to værelser og dessuten et mindre rom til leie. Her på slottet? Jeg betraktet herr Bengtsson med skepsis. Her på slottet. Og bespise oss ville de også. Men ville vi ikke bli forstyrret av alle turistene som kom for å se på maleriene og tortur­kammeret? De kom bare om søndagene, og de kom slett ikke hit bort, men de gikk der borte ...

Vi besiktiget værelsene. De var store og pene; møblert med gamle møbler fra slottsinnredningen, i tung, tiltalende stil, jeg så ingen detaljer med mine blinde øyne - men det talte til meg. Og det sa: ja.

Fra ett vindu hadde man utsikt mot vannet, fra et annet mot en fredelig liten park. Prinsessen, med sin kvinnelige fornuft, orienterte seg imens om hvor man kunne vaske seg, og hvordan det sto til med fasili­tetene, og kom tilfreds tilbake. Prisen var forbausende rimelig.

- Hva skyldes det? spurte jeg den tykke, til og med når vi har hellet med oss, blir jeg mistenksom. Damen på slottet gjorde det som en vennlighet mot ham, for hun kjente ham fra før, dessuten kom det sjelden men­nesker hit som ville bli så lenge. Mariefred var kjent som et lite turiststed, og man vet jo hvordan slike be­tegnelser hefter ved steder. Vi leide oss inn.

Og da vi hadde leid oss inn, uttalte jeg mitt livs gyldne ord:

- Vi burde vel nesten ha ...

Og fikk en klapp på kinnet av prinsessen:

- Gamle dumkopp!

Og dermed beseglet vi leieavtalen med et stort glass brennevin hver, vi tre.

- Kjenner De damen på slottet godt? Hun er jo så hyggelig mot oss? spurte jeg herr Bengtsson.

- De vet, sa han ettertenksomt, at alle kjenner apen - men apen kjenner ingen. Og det innså vi jo da. Og så tok den tykke farvel. Koffertene ankom, og vi pakket ut, og ommøblerte så lenge at alt til slutt sto på sin opp­rinnelige plass. Prinsessen prøvde badet, og jeg måtte fryde meg over hvordan hun kunne spasere naken gjennom værelset - virkelig som en ekte prinsesse. Nei, ikke som en prinsesse: som en kvinne som vet at hun har en vakker kropp.

- Lydia, sa jeg, i Paris var det en hollandaise som hadde tatovert det stedet på låret der hun helst ville bli kysset. Tør jeg spørre ...

Hun svarte. Og dermed begynner kapittel nummer

6

Vi lå på engen og lot sjelen flakke fritt.

Himmelen hadde hvite flekker; når man var blitt akkurat passe solbrent, kom det en sky, fulgt av en lett luftning, og man ble avkjølt. En hund promenerte over gresset foran oss.

- Hva slags hund er det? spurte jeg.

- Det er en bulldachs, svarte prinsessen.

Og dermed lot vi vinden svale oss og sa ingenting på en stund. Det er deilig å kunne tie sammen.

- Daddy, sa hun plutselig, det er ganske forferdelig, men jeg er fremdeles ikke her. Det er dette velsignede arbeidet i Berlin. Inni hodet på meg sitter jeg frem­deles på kontoret. Det surrer og surrer ... sjefen og alt sammen.

- Hvordan er sjefen egentlig? spurte jeg dovent.

- Tja ... sånn han alltid er ... Han er tykk, nysgjer­rig, feig og skadefro. Men ellers er han en hyggelig person. Tykk - det er til å bære. Jeg liker tykke mann­folk, jeg.

Jeg gjorde en bevegelse.

- Du trenger ikke innbille deg noe ... med det lille fettet du har!

- Du tror kanskje at du er noe, bare fordi du heter Lydia! Men jeg skal si deg en ting ...

Etter at samtalen hadde roet seg ned igjen, fort­satte hun:

- Da sier vi det. Tykk. Det er vel og bra. Men den nysgjerrigheten ... han så helst at jeg fortalte ham en ny sladrehistorie hver eneste dag, bransjesladder. Han er en mental kikker. Selv tar han ikke riktig del i det som skjer; men han vil vite nøyaktig hva de andre gjør og hvordan de gjør det og med hvem og hvor mye de tjener - først og fremst det! Og hva de lever av ... hva? Hva han tjener penger på? På sin grenseløse frekkhet. Det er noe vi aldri lærer, Daddy, å bli så hensynsløse! I fire år har jeg nå vært vitne til hvordan herr generalkonsulen for eksempel ikke betaler når han skal ... Det kunne vi aldri gjøre, det er derfor vi aldri blir rike heller. Og det må man bare stå og se på! Det spiller ingen rolle hvem det er, like skamløst vrir og vrenger han på undertegnede kontrakter, benekter, husker plutselig ikke lenger at han hadde latt som han ikke var til stede ... nei, Daddy, det lærer du aldri. Selv om du jo prøver så godt du kan! Aldri om du det lærer!

- Men finner virkelig folk seg i det?

- Hva skal de gjøre, da? Hvis det ikke passer dem, sier han, så kan de jo bare klage! Men da vil jeg ikke ha noe mer med dere å gjøre. Og det gjennomfører han også, like konsekvent. Og folk vet at han mener alvor - og gir til slutt etter. Det er jo ikke lenge siden vi fikk pusset opp hele kontoret - og sånn som han herjet med håndverkerne! Ja, men det er sånn man kommer seg til Abkhasia, mens håndverkerne farer med hånden over Alexanderplatz. Slik jevner det seg ut her i livet.

- Og hvordan er han skadefro?

- Det må være en nedarvet defekt - en sånn skade­fryd har åpenbart flere generasjoner vært med på å ut­vikle. Det er ikke noe man greier alene. Jeg tror at der­som hans beste venn skulle gjøre ham en tjeneste, så måtte han brekke benet på sjefens fødselsdag. Jeg har aldri sett maken. Mannen leter rett og slett etter anledninger til å fryde seg over andres ulykke ... Kanskje er det for å bevise sin egen overlegenhet; når han blir frekk, føler han seg overlegen. Det er vel sånn det er. Han er så usikker ...

- Det er jo de fleste mennesker. Har det ennå ikke slått deg i hvilken grad frekkhet bunner i usikkerhet?

- Ja, det er en fornøyelig by vi bor i! Men hva kan man gjøre? Der kommer de og sier: En slik kvinne som Dem ... Det er det verste jeg hører! ... Tenk å gifte seg med en eller annen dustemikkel ... Du ler. Daddy, jeg kunne aldri levd sammen med sånne folk. Pengene er nå en ting. Men det er jo ikke bare sovevogner og store dyre biler; det verste er når de åpner kjeften og begyn­ner å prate! Og når de først begynner å slippe seg løs! Kom, det begynner å bli kaldt!

Ifølge klokken ble det nå langsomt aften; men her var det fremdeles lyst overalt, det var de lyse netter, og selv om Gripsholm ikke lå så veldig langt mot nord, så ble det bare mørkt i noen timer der, og helt mørkt ble det aldri. Vi gikk over engene og så på gres­set. Så ville prinsessen ha aftensmat.

Vi spiste, og jeg drakk vann til måltidet, med an­dakt. Når man kommer til et fremmed land, må man først og fremst la det fremmede vann risle inn i seg, da får man den samme smak av det fremmede. Så satt vi der og røkte. Så - nå begynte ferien, den ordentlige ferien.

Forhenget til soveværelset var trukket godt for og festet med nåler. Menn kan bare sove i stummende mørke; prinsessen var overbevist om at dette var et mannlig vesenskjennetegn. Jeg leste.

- Må du rasle så grusomt med avisen! sa hun.

Denne natten snudde prinsessen seg med ryggen til og sovnet som en sten. Hun pustet umerkelig, jeg hørte henne ikke. Jeg leste.

Det har forekommet at jeg midt på natten har bråvåknet av et mareritt og klamret meg til prinsessen ... noe så urkomisk!

- Har du tenkt å redde meg? har hun spurt da, og ledd hver gang. Det har skjedd to-tre ganger - og jeg har ikke alltid vært klar over det.

- I natt reddet du meg igjen, sa hun da neste morgen. Men nå hadde vi ferie, i natt kom jeg bestemt ikke til å redde henne. Jeg la hånden varsomt på den sovende skikkelsen. Hun sukket lavt og forandret stilling. Det er deilig å være sammen. Huden fryser ikke. Alt er stille og godt. Hjertet slår rolig. God natt, prinsesse.

 

Tredje kapittel

[...]

Slottet sov, rolig og ruvende; overalt anget det av vann og tre som hadde ligget lenge i solen, av fisk og ender. Vi spaserte langs stranden.

Og jeg nøt samværet med disse to menneskene; dette var en venn, nei, det var to venner - og jeg forrådte ikke kvinnen for mannens skyld, slik jeg nesten alltid hadde gjort før. For når det var en mann til stede som man kunne føre en samtale med, da lot jeg kvin­nen ligge, som om jeg ikke nettopp hadde ligget med henne. Jeg oppga henne, bekymret meg ikke lenger om henne, og svek henne feigt for den første og beste. Da slapp hun taket. Og da lurte jeg på hvorfor.

De to førte en hjemstavnssamtale på dialekt. De ut­bredte seg om hvor man uttalte r-en og hvor man ikke uttalte r-en; de kompletterte sine respektive skjellsordforråd; de visste begge at dette var såkalt nedertysk eller nordtysk. Det er den veien det tyske språk dess­verre ikke slo inn på. Dette er jo så mye mer kraftfullt, så mye mer billedrikt og uttrykksfullt, enklere, klarere. Og de vakreste kjærlighetsdikt som tyskerne har, står å lese på disse blader. Og menneskene ... for noen hus og slekter som fantes der i det gamle Nord-Tyskland, særlig langs Østersjøkysten, en drømmeverden av ori­ginalitet, godhet og musikk, en insektsamling av mennesker som bare forekommer i ett eksemplar ... Mye av det har nå falt stupide hjemstavnsdiktere i hendene, måtte Fanden annamme dem - tilsynelatende god­modige borgere, med groggen dampende under godt innrøkte barter og språkets gamle manndomskraft løgnaktig forvrengt til en ulykksalig graut av gemyttlighet -: Havets overskogvoktere. Mange av dem har fått rakt av seg skjegget, og tror nå at de ser ut som gamle tresnitt - uten at det hjelper: hos dem suser ingen skog, hos dem bruser intet hav. Det eneste det bruser i hos dem er barten. Godmodigheten forsvinner i det øyeblikk de med en viss forvirring stirrer inn i den nye tid og støter på sin politiske motstander. Da krabber det ut i lyset, det de har inni seg: småborgeren. Under nattskjorten banker et hjerte - i parademarsj.

Det er ikke vår plattysk, ikke dét.

Men Nord-Tyskland går aldri under - det lever og vil leve evig, så lenge landet består. Noe lignende har det bare funnes utenfor Tyskland en eneste gang, men da på ryggen av en tjenende, ikke så godt behandlet kaste: i Kurland. Men nordtyskeren er annerledes. Han veier sine ord, og de er verdt sin vekt i gull. Det var dette de to snakket om. Og jeg visste at det beste hos prinsessen var runnet av denne jord. Og i henne elsket jeg en del av dette landet, landet som gjør det så van­skelig for en å elske det. Landet med sine rådløse sje­ler, som synes det er en ære å bli lagt for hat. Der var Tiden, der var den igjen. Nei, for oss finnes det vel ingen egentlig ferie.

De to preka imidlertid urokkelig. Begge priste de sin plattysk som den eneste sanne og skjønne, mens den andres var aldeles gal. Nå var de kommet frem til anekdotene.

Prinsessen fortalte den om skomaker Hagen, som hadde gjengjeldt nyttårsønsket fra lensmannen ved å rope tilbake, med stor ærbødighet og så det hørtes over hele markedsplassen:

- Det motsatte til Dere, herr lensmann, det mot­satte til Dere!

Og anekdoten om borgermester Hacher, som hadde med seg oksene til fesjå og sa:

- Jæ gjørnte detta her for pengane, sø. Jæ gjøre bara for å blamere meg litt i terrenget!

Og så var det Kalle igjen, som fortalte om hvordan Dörten, Mathilde og Zophie, de nysgjerrigste jentene i hele Celle, hadde spurt ham hvem den unge mannen som gikk gjennom gatene hver morgen var. Nei, det visste han ikke. Og så hadde han vekket dem om nat­ten, det hadde ikke vært så vanskelig, de bodde i første etasje - og da de kom til vinduet, aldeles oppskremte alle tre:

- Jæ ville bara si dere det, jenter, atte han kællen fra måårn ida, han drev å sållte relliøse bøker.

 

© Bokvennen Oslo

  • Country in which the text is set
    Sweden
  • Featured locations
    Berlin
    Mecklenburg (Warnemünde)
    Laaland (Lolland)
    Kopenhagen - Copenhagen
    Helsingör - Helsingør/Elsinor
    Stockholm
    Mariefred: Schloß Gripsholm - Gripsholm Castle
  • Impact

    The introductory, fictitious correspondence between the well-known publisher Ernst Rowohlt and the author Kurt Tucholsky lends this book the appearance of a commissioned work—a non-political piece of light holiday reading. The selection featured here charts the journey taken by the first-person narrator and his mistress Lydia from Berlin to Stockholm via Warnemünde and Copenhagen. On arriving in Stockholm they look for holiday accommodation and are eventually directed to Gripsholm Castle on Lake Mälar (chapter 1). There they talk, swim, make love, eat and drink (chapter 2), experiences that are enriched by the arrival of his friend Karlchen in the third chapter and of her friend Sybille (“Billie”) in the fourth chapter. The core of a plot is delivered by a nearby children’s home, which is ruled with an iron hand by its witchlike German headmistress Adriani, prompting bleak visions on the part of the narrator. The sworn friends manage to free the little girl Ada from Adriani’s prison with the help of the girl’s mother in faraway Switzerland (fifth and final chapter).

    When Gripsholm Castle was published in May 1931, Tucholsky had already been living in Sweden for two years, not far from where the novel is set. The book and his emigration mark the author’s definitive resignation in the face of the political situation in Germany. The book was an immediate success and sold 50,000 copies in the short period prior to the author’s work being banned in 1933. After 1945 it went through numerous reprints and book-club editions in both German states. Critics reserved particular praise for the easy, amusing tone of the story and the author’s lightness of touch. Tucholsky did not live to see a translation.

  • Balticness

    With its account of the narrator’s journey, the first chapter in particular constructs a bridge between northern Germany, Denmark and Sweden. It becomes clear that the two lovers from Berlin are seeking peace and tranquillity in the north. Although the landscape is not described with the detail of a travelogue and the author expressly abstains from holding forth on the Swedish national character (chapter 1, no. 5, p. 166), a sense of belonging to the Baltic Sea coast is expressed above all in the book’s language: Mecklenburg “Missingsch”, the mixed dialect the narrator repeatedly has his “princess” fall into. The fact that the author Tucholsky’s praise for Low German (chapter 2, no. 2, p. 203f) was meant seriously is witnessed by his highly critical book Deutschland Deutschland über alles, which was publishedin 1929. In the final chapter, which is devoted to the love of homeland, he writes that everyone has his “private Germany. Mine lies in the north […] and the further one travels north, the louder beats one’s heart, until one catches the scent of the sea.”

    Hans Peter Neureuter

  • Bibliographic information

    Kurt Tucholsky: Gesamtausgabe. Texte und Briefe. Hg. von Antje Bowitz, Dirk Grathoff, Michael Hepp, Gerhard Kraiker. Bd. 14: Texte 1931. Hg. von Sabina Becker, Reinbek (Rowohlt) 1998, S. 151-174 und 203-205

  • Translations
    Language Year Translator
    Danish 1982 Henrik G. Poulsen
    Danish 1967 Gerd Thorkild Hansen
    English 1985 Michael Hofmann
    Norwegian 1995 Per Qvale
    Swedish 1957 Gunnar Gunnarson
    Swedish 1958 Birgit Hård af Segerstad
  • Year of first publication
    1931
  • Place of first publication
    Berliner Tageblatt March-April 1931
    Book edition Hamburg (Rowohlt) May 1931